Hertha BSC: Hoffung ist doch bezahlbar
18.01.2010 - 09:10 - Stephan Kläsener

©Teamshoot
Hertha BSC steht eine echte Herkulesaufgabe bevor. Sechs Punkte aus 17 Hinrundenspielen, in der Geschichte der Bundesliga war lediglich Tasmania Berlin schlechter. Will die Hertha eine realistische Chance auf den Klassenerhalt haben, muss sie mindestens 25 Punkte holen. Dann hätte sie 31 Zähler auf dem Konto, was Borussia Mönchengladbach in der vergangenen Saison als geringste Punkteausbeute seit Einführung der Drei-Punkte-Regel zum Klassenerhalt reichte.
Die Weichen auf eben jenes Ziel Klassenerhalt wollte man in der Winterpause stellen. Man griff zu der wohl einzig sinnvollen Möglichkeit und verpflichtete gleich drei Spieler. Zum einen wurden so Spieler geholt, welche die deprimierende Hinrunde nicht miterleben mussten und somit auch mental unvorbelastet in die Rückrunde gehen können. Zum anderen wurde die Qualität gesteigert, was nach den sommerlichen Abgängen alternativlos war.
Die Abgänge von Josip Simunic, Marko Pantelic und Andrij Voronin rissen qualitative Löcher im Kader der Hertha, die durch Billigeinkäufe oder Rückholaktionen von bereits zuvor Gescheiterten (Artur Wichniarek) nicht geschlossen werden konnten.
Die jüngsten Transferaktivitäten können somit als eine reichlich späte Reaktion auf den Verlust von Leistungsträgern gelten, die eigentlich hätte viel früher passieren müssen. Doch wie es sich andeutet, ist diese Reaktion zwar spät aber vielleicht nicht zu spät, denn die Neuverpflichtungen sind absolut nachvollziehbar und sinnvoll.
Roman Hubnik kann als weitere Alternative für die zuvor qualitativ dünn besetzte Innenverteidigung gelten, Lewan Kobiashvili wird den nicht bundesligareifen Nemanja Pejcinovic ersetzen und die linke Abwehrseite stabilisieren und in Theofanis Gekas wurde der lang ersehnte Knipser verpflichtet, der im Gegensatz zu Artur Wichniarek das Zeug dazu hat, aus dem Schatten seiner Vorgänger zu treten.
Diese klugen und vor alllem auch presiwerten Einkäufe trugen beim 3:0-Erfolg über Hannover 96 bereits Früchte. Kobiashvili verlieh der Abwehr Ruhe und Souveränität, Gekas tat das wofür er eingekauft wurde: Eiskalt einnetzen. Zwar macht eine Schwalbe noch keinen Frühling, aber Hoffnung macht sie allemal.
