Bereits im Alter von sechs Jahren durfte Kazuyoshi Miuara sein fußballerisches Können unter Beweis stellen. Vorerst aber nur für die Auswahl seiner Grundschule. 1982 schloss der Japaner die Mittelschule ab und wechselte an die Oberschule in seinem Geburtsort Shizuoka. Bereits nach acht Monaten hatte er vom alltäglichen Bücherwälzen genug und entschied sich dazu, Fußballprofi zu werden.

Mit gerade einmal 15 Jahren zog es den fußballverrückten Teenager auf eigene Faust nach Brasilien, um dort seinen Traum zu verwirklichen. Mit Erfolg. Nach drei Jahren unterschrieb der schmächtige Japaner seinen ersten Profivertrag beim FC Santos. Vier Jahre ging er insgesamt in Brasilien auf Torejagd. Neben dem FC Santos kickte Miuara noch für Palmeiras São Paolo und dem FC Coritibia.

Rückkehr nach Japan

Nach seinem Gastspiel am Zuckerhut kehrte er Brasilien den Rücken und beschloss, ins Land des Lächelns zurückzukehren. Mit dem damals führenden Yomiuri FC sicherte sich der Goalgetter drei Meistertitel in Folge und wurde daraufhin zum asiatischen Fußballer des Jahres gekürt.

Von dieser Auszeichnung beflügelt wagte er ein erstes Gastspiel in Europa. Station machte er beim FC Genua in der Serie A. Dort kam der damals 27-Jährige aber überwiegend als Joker zum Einsatz und schloss sich nach nur einer Saison wieder seiner ersten großen japanischen Liebe, dem Yomiuri FC, der mittlerweile Tokyo Verdy hieß, an.

Weitere Station in Europa – kurzes Gastspiel im Outback

Nachdem er mit Tokyo Verdy im japanischen Fußball wiederholt die heimische Konkurrenz in den Schatten stellte, zog es den technisch versierten Torjäger abermals nach Europa. Ziel war diesmal Croatia Zagreb (heute Dinamo Zagreb). Auch in Kroatien misslang dem mittlerweile 32-Jährigen der endgültige Durchbruch im europäischen Profifußball. Immerhin konnte er einen weiteren Titel einheimsen. Zagreb sicherte sich in diesem Jahr die kroatische Meisterschaft.

Zurück in Japan verschlug es Miura zu Kyoto Purple Sanga. Nach einem turbulenten Jahr bei den ‚Purpurnen‘ schloss er sich Vissel Kobe an, für den er die nächsten fünf Jahre auf Torejagd ging. 2005 sicherte sich Zweitligist Yokohama FC die Dienste von Miura, das ihn postwendend ins australische Outback verlieh. Für den Sydney FC kam der damals 38-Jährige auf vier Ligaspiele, in denen er zwei Tore erzielte.

Japans Bomber der Nation

Besonders wegen seiner herausragenden Leistungen in der japanischen Nationalmannschaft wird der Edeltechniker in der Heimat liebevoll als ‚King Kazu‘ bezeichnet. In 89 Länderspielen traf Miura beachtliche 55 mal und hatte 1998 großen Anteil daran, dass sich die ‚Blue Samurai‘ erstmals für eine WM-Endrunde qualifizierten. Unter anderem schoss er die Auswahl Macaus mit sechs Treffern im Alleingang ab.

Nachdem der Nationalheld damals nicht in den WM-Kader berufen wurde und ein medialer Aufschrei durch das Land hallte, kehrte der Angreifer noch einmal in die Nationalmannschaft zurück. Sein letztes Tor im Dress der Japaner erzielte er vor 15 Jahren. Nach einer Flanke von Hidetoshi Nakata ließ sich Miura nicht lumpen und stellte mit einem satten Linksschuss den 4:0-Endstand gegen Jamaika her.

Noch lange nicht müde

Mittlerweile ist die japanische Fußballikone 48 Jahre alt und hat über 30 Jahre Profierfahrung auf dem Buckel. Der Fußball-Opa ist aber bei seinem aktuellen Klub mehr Mentor als Vorspieler. Dennoch stellt sich der nimmermüde Kicker vor seine Teamkollegen: „Im Dienst der Mannschaft werde ich weiter alles geben, wenn ich das Trikot des Klubs überstreife.

So werden die Verantwortlichen des japanischen Zweitligisten Yokohama FC, für den er bereits seit zehn Jahren aufläuft, Anfang dieser Woche freudestrahlend durch die japanische Metropole gewandert sein. Grund dafür war, dass Miura seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat.

Drei Jahre bis zum Weltrekord

Derzeitiger Rekordhalter für die längste Profilaufbahn ist der Engländer Stanley Matthews. Der bei Stoke City groß gewordene Flügelflitzer beendete 1965 im zarten Alter von 50 Jahren seine Karriere. Insgesamt hat der im Jahr 2000 verstorbene Matthews 33 Jahre als Profi gespielt.

Miura müsse also noch drei Jahre durchhalten, um sich einen weiteren Rekord unter den Nagel reißen zu können. Dieses Unterfangen scheint angesichts der bisherigen Saisonbilanz des Sushi-Bombers (er traf in 16 Ligaspielen dreimal) durchaus realistisch.