Manuel Neuer: Eigentlich war schon vor der Partie klar, dass primär seine fußballerischen Qualitäten gefragt sein würden. So war es dann auch. Doch kurz vor Ende der ersten Halbzeit war der Welttorhüter dann doch in seinem Grundelement gefordert, als er zunächst zu weit vor seinem Tor stand und dann einen Fernschuss von Liam Walker gerade noch um den Pfosten lenken konnte. Note 3.

Shkodran Mustafi: Als rechter Teil der Dreierkette war der Valencia-Legionär mehr Außenstürmer als Verteidiger. Hinterlief Bellarabi diverse Male und lieferte brauchbare Hereingaben – unter anderem die vor dem 1:0 durch Müller. Hat sich mit seinem couragierten Auftritt womöglich als Dauerlösung für die rechte Verteidiger-Positon empfohlen. Note 2,5.

Jérôme Boateng: Wie beim FC Bayern gab er den mittleren Part der Dreierkette. Defensiv waren seine Fähigkeiten kaum gefragt, dafür umso mehr in der Spieleröffnung. War in dieser Funktion neben Kroos und Götze die treibende Kraft und strahlte wie seit Wochen im Klub eine ungeheure Souveränität aus. Note 2,5.

Erik Durm: Defensiv wie offensiv mit wenigen Aktionen. Nahm wesentlich seltener am Spiel teil als Mustafi – sein Pendant auf der rechten Seite. Wenn Löw gegen Spanien wieder mit Viererkette agiert und er wieder außen verteidigen darf, wird ihm das sicherlich entgegenkommen. Note 4,5.

Toni Kroos: Gefühlt jeder Angriff lief über das GPS von Real Madrid. Die Pässe in die äußerst schmalen Nahtstellen der Abwehr wagte Kroos allerdings nur selten. Beschränkte sich darauf, seine Nebenmänner mit Flachpässen zu bedienen. Als dann in Hälfte zwei kaum noch etwas zusammenlief, feuerte der Rechtsfuß aus allen Lagen. Jedoch ohne die nötige Präzision. Note 3,5.

Sami Khedira: Ähnlich wie bei Kollege Podolski stand Khediras Einsatz unter der Überschrift Spielpraxis. Denn gegen so defensive Gegner wie Gibraltar braucht es eigentlich andere Spielertypen als den Madrilenen. Dem dynamischen Sechser fehlte schlicht der Raum, in den er stoßen konnte. Schwamm im Offensivspiel der DFB-Elf eher mit als Akzente zu setzen. Nach rund einer Stunde gegen Volland ausgewechselt. Note 4.

Karim Bellarabi: Besonders im Zusammenspiel mit Mustafi einer der Aktivposten. War seinen Gegenspielern vor allem in Sachen Dynamik weit überlegen. Allerdings fanden seine Hereingaben viel zu selten einen Abnehmer. An der Flankenpräzision muss Bellarabi definitiv arbeiten. Note 3.

Mario Götze: Gegen den Fußball-Gnom agierte Götze als eine Art zweiter Spielmacher neben Kroos. Versuchte dort viel, ging oft ins Dribbling oder wagte den Vertikalpass. In Halbzeit eins gelang ihm vieles, in den zweiten 45 Minuten nur noch wenig. Note 3.

Lukas Podolski: Der Ex-Kölner hatte Pech, dass das Spiel in Hälfte eins fast ausschließlich über die rechte Seite lief. Hatte er mal den Ball, merkte man ihm an, dass er sich unbedingt einbringen wollte. Im zweiten Durchgang dann, als das Spiel zusehends verflachte, verpuffte auch Podolskis Elan. Immerhin mit zwei Torvorlagen. Note 3,5.

Thomas Müller: In gewohnt unorthodoxer Manier erzielte der Bayern-Star nach zwölf Minuten das 1:0. Legte nur wenig später nach und zeigte sich in Halbzeit eins sehr einsatzfreudig. Nach der Pause dann kaum noch in Aktion – wie die gesamte Mannschaft. Note 3.

Max Kruse: In der ersten Halbzeit war der Gladbacher im Gegensatz zu Sturmkollege Müller gar nicht im Spiel. Zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchte Kruse dann, Tempo aufzunehmen, sah aber recht schnell ein, dass seine Teamkollegen schon auf Sparmodus umgeschaltet hatten. Insgesamt ein schwacher Auftritt des versierten Linksfuß’. Note 4,5.

ab 60. Kevin Volland für Khedira: Der Hoffenheimer sollte eigentlich noch einmal Schwung in die lahmenden Angriffsaktionen bringen. Zum Ärger von Bundestrainer Löw verzettelte er sich jedoch in Einzelaktionen. Note 4,5.

ab 72. Jonas Hector für Durm: Länderspieldebüt. Drei Punkte. Ohne Bewertung.

ab 80. Lars Bender für Kroos: Undankbarer Auftritt für den kampfstarken Sechser. Kam ins Spiel, als schon alle mit den Gedanken in der Kabine waren. Ohne Bewertung.