FussballTransfers: In Deutschland sind sie noch nicht sehr bekannt. Wie würden Sie Ihre fußballerischen Stärken und Schwächen beschreiben?

Peter Utaka: Ich habe eigentlich keine großen Schwächen. Ich denke, ich bin sowohl gegen kleine als auch gegen große Teams sehr motiviert. Für mich ist jedes Spiel gleich. Ich versuche immer, mein Level hoch zu halten und mich weiter zu verbessern. Ich kann mit jedem Teil meines Körpers Tore erzielen.

FT: Sie gelten als sehr schneller Spieler. Ist das Ihre größte Stärke?

Utaka: Ich habe sehr viele positive Eigenschaften als Stürmer. Wie Sie sagen, bin ich sehr schnell. Außerdem bin ich gut am Ball und beidfüßig, was es für die Verteidiger sehr schwierig macht, gegen mich zu spielen. Es ist egal, auf welcher Seite ich vorbei gehe, weil ich mit beiden Füßen und dem Kopf Tore erzielen kann. Meine Schnelligkeit hilft mir dabei, mich von den Verteidigern zu lösen. Das ist eine meiner größten Stärken, doch ich schaffe auch viel Platz für meine Mannschaftskameraden.

FT: Gibt es einen Fußballer, den Sie als Vorbild bezeichnen würden?

Utaka: Ich bewundere den spanischen Stürmer Fernando Torres, der für Liverpool spielt. Er ist einer meiner Lieblingsspieler. Er schießt nicht nur Tore, sondern arbeitet zudem hart für sein Team. Er schafft Räume auf dem Platz, den die Sturmpartner nutzen können. Im Moment ist er mein Lieblingsstürmer in Europa. Ich mag seine Spielweise sehr, obwohl er es manchmal schwer hat bei Liverpool. Ich beobachte ihn in seinen Spielen, um mir von ihm etwas abzugucken. Er ist ein sehr guter Spieler und mein größtes Vorbild als Stürmer.

FT: Sie spielen seit 2008 bei Odense BK. Wie schätzen Sie den dänischen Vereinsfußball im europäischen Vergleich ein?

Utaka: Ich denke, die dänische Liga ist sehr stark und entwickelt sich weiter. Das kann man daran erkennen, dass wir mehr Startplätze für die europäischen Wettbewerbe bekommen. Inzwischen haben wir schon zwei Plätze für die Champions League. Das bedeutet, dass die dänische Liga sich nicht zurück entwickelt, sondern sich stetig verbessert. Das ist gut für die dänische Liga und ihre Spieler. Ich denke, dass die Entwicklung noch nicht am Ende ist. Deshalb versuchen wir, weiterhin das Level hoch zu halten, um irgendwann mit den deutschen, spanischen, englischen und italienischen Mannschaften zu konkurrieren. Der dänische Fußball geht jedenfalls in die richtige Richtung.

FT: Ist das Ihr großes Ziel, in der Champions League zu spielen?

Utaka: Ja, das gilt für alle ambitionierten Fußballspieler. Alle wollen auf dem höchsten Level Fußball spielen, das bedeutet bei Weltmeisterschaften, bei Olympia, in der Champions League und in der Europa League. Ich habe selbst in den letzten zwei Jahren Europa League gespielt. Das war eine schöne Erfahrung, aber die Träume werden immer größer. Man will den nächsten Schritt machen, um sich selbst herauszufordern und auszutesten, wie gut man wirklich ist. Also ist es mein nächstes Ziel, in der Champions League zu spielen.

FT: Sie haben in der dänischen Liga zehn Tore in 19 Spielen erzielt. Das weckt Begehrlichkeiten in verschiedenen Ligen Europas. Würden Sie gerne eine neue Liga kennenlernen oder bleiben Sie lieber in Dänemark?

Utaka: Ich denke, ich habe mich in der dänischen Liga genug bewiesen. Jetzt bin ich sehr hoffnungsvoll und interessiert daran, mich in einer besseren Liga zu zeigen, egal ob es die Bundesliga, die Primera División, die Premier League, die Serie A oder die Ligue 1 ist. Ich suche nach der nächsten Herausforderung. Zunächst muss ich mich jedoch gedulden, weiterhin hart arbeiten und Tore erzielen. Dann werde ich sicher sehr bald das bekommen, was ich mir verdient habe. Das heißt, in der Champions League zu spielen und den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen. Das ist der Traum eines jeden Spielers. Ich will in einer der besten Ligen Europas spielen. Darauf freue ich mich sehr, doch im Moment muss ich weiter so hart arbeiten, wie ich es in den letzten Jahren getan habe.

FT: Ist die Premier League ihre Lieblingsliga, oder legen Sie sich nicht auf ein Land fest?

Utaka: Das ist schon meine Lieblingsliga, da würde ich nicht Nein sagen. Es ist schließlich die beste Liga der Welt. Deutschland ist allerdings auch sehr interessant für mich, genau wie Spanien. Wenn ich in eine dieser drei Ligen wechseln könnte, wäre ich sehr glücklich. Ich könnte wieder beweisen, dass ich ein guter Torjäger bin, egal in welcher Liga Europas.

FT: Ihr Vertrag in Odense endet 2012. Haben Sie bereits Angebote von anderen Klubs erhalten?

Utaka: Ja. Wenn man als Stürmer über drei oder vier Spielzeiten regelmäßig seine Tore macht, bekommt man Angebote. Doch das ist nicht meine Aufgabe. Mein Klub und meine Berater kümmern sich darum, denn ich will mich nicht mit Transfers beschäftigen. Ich versuche, mich auf den Fußball zu konzentrieren. Ich kann nur im Training und in Spielen zeigen, was ich kann. Doch egal was kommt, bin ich bereit, die Chance mit beiden Händen zu ergreifen und sie zu nutzen. Ich will beweisen, dass ich in jeder europäischen Liga mithalten kann. Deshalb suche ich nach einer neuen Herausforderung.

FT: Sie haben bisher ein Spiel für die nigerianische Nationalmannschaft gemacht und gleich ein Tor erzielt. Die Konkurrenz im Sturm ist sehr groß durch Spieler wie Obafemi Martins, Aiyegbeni Yakubu oder Peter Odemwingie. Wann machen Sie Ihr nächstes Spiel für die ‚Super Eagles‘?

Utaka: Ich hoffe, schon nächsten Monat beim Testspiel gegen Guatemala in Miami, Florida dabei zu sein und einige Minuten Spielzeit zu bekommen. Das wird möglicherweise meine nächste Chance bei den ‚Super Eagles‘. Darauf freue ich mich sehr, denn mein letztes Spiel ist bereits lange her. Ich weiß nicht warum. Meiner Meinung nach habe ich konstant Leistung gebracht und Tore erzielt. Ich freue mich sehr auf das Spiel, damit ich auch dort überzeugen kann. Nicht nur als Torjäger in Europa, sondern auch für das Nationalteam und für mein Land.



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