Nach langem Hin und Her ist am gestrigen Freitagabend eine Entscheidung gefallen. Der zum Jahresende auslaufende Vertrag von Marcel Koller als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft wird nicht verlängert. Bis dahin wird der Schweizer das Amt zwar weiter bekleiden – die Suche nach einem Nachfolger läuft aber bereits auf Hochtouren.

Der österreichischen ‚Kronen Zeitung‘ zufolge ist Matthias Sammer ein Kandidat auf die Rolle des Teamchefs. Seit rund 15 Monaten ist der 50-Jährige ohne operativen Job – zuletzt war er als Sportvorstand des FC Bayern tätig. Zuvor bekleidete er das Amt des Sportdirektors beim Deutschen Fußball-Bund. Aktuell ist er beim TV-Sender ‚Eurosport‘ als Experte engagiert.

Erfolgreich in Dortmund

Erfahrung als Trainer bringt er aus seiner Zeit bei Borussia Dortmund (2000-2004) und beim VfB Stuttgart (2004-2005) mit. Im Jahr 2002 gewann er mit dem BVB die deutsche Meisterschaft und erreichte das Finale des UEFA Pokals, das mit 2:3 gegen Feyenoord Rotterdam verloren ging.

Weitere Kandidaten auf den Job als österreichischer Nationaltrainer sind offenbar Andreas Herzog (Co-Trainer US-Nationalteam) und Werner Gregoritsch (österreichischer U21-Coach). Die beiden Österreicher würden wohl deutlich kostengünstiger als der prominente Sammer sein und damit ins Anforderungsprofil von ÖFB-Präsident Leo Windtner passen.

Sammer zu teuer?

Dieser stellte unmissverständlich klar: „Wenn zu einem Länderspiel gegen Georgien nur 13.400 Zuschauer kommen, dann können wir uns die Gagen, wie sie international momentan üblich sind, nur schwerlich leisten.“ Ob Sammer da mitspielt?

UnwahrscheinlichFT-Meinung: Sammer würde das Amt als ÖFB-Teamchef wohl nur bekommen, wenn er zu großen Abstrichen beim Gehalt bereit ist. Mit einem Salär, wie er es bei den Bayern einstrich, darf er nicht rechnen. Prinzipiell ist derzeit noch völlig offen, ob den einstigen Weltklasse-Libero ein entsprechendes Angebot sportlich überhaupt reizen würde. Ein Engagement beim ÖFB liegt noch in weiter Ferne.