So allmählich legt sich der Staub, den die Vorstellung von Jürgen Klinsmann als neuer Cheftrainer von Hertha BSC aufgewirbelt hat. Der Autor des Sommermärchens von 2006 soll die Alte Dame wieder attraktiv machen – und wird dabei als erstes vom selbsterklärten Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund herausgefordert.

Es liegt an uns, was morgen passiert“, schwört Klinsmann seine Truppe auf der heutigen Pressekonferenz ein, „wir können nicht alles sofort über den Haufen werfen, sondern werden gemeinsam analysieren und gegebenenfalls anpassen. Klar ist: Aktuell zählen nur Punkte.

Kraft vertritt Jarstein

Auf die zuletzt angeschlagenen Spieler kann der 55-Jährige wieder zurückgreifen. Das gilt auch für Ersatztorwart Thomas Kraft, der durch die Rotsperre der Nummer eins Rune Jarstein dringender denn je gebraucht wird. „Seine Erfahrung wird wichtig für uns sein“, sagt Klinsmann. Heißt: Kraft wird spielen. Dennis Smarsch, Jarstein-Vertreter in Augsburg, reiht sich dahinter ein.

Bei einer anderen Personalie bleibt alles beim Alten. „Vedad Ibisevic ist und bleibt Kapitän“, stellt der Ex-Bundestrainer klar, „er ist seit Jahren ein absoluter Leader dieser Mannschaft und enorm wichtig für das Team, der große Wertschätzung genießt.

Die Leader sollen es richten

Überhaupt wird es morgen auf die Leader ankommen, glaubt Klinsmann: „Unsere kommende Arbeit hängt davon ab, wie es morgen läuft. Wenn ich die Jungs im Training sehe, wird mir aber nicht bange. Wir haben gestandenen Spieler, Nationalspieler in unseren Reihen, von denen wir erwarten, dass sie vorangehen und Mitspieler mitnehmen.

Der Schwabe, das scheint klar, will bei der Alten Damen das Rad nicht neu erfinden. Ohnehin wäre dazu jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Wie Klinsmann selbst betont: Es geht um die Punkte. Spielidee, Philosophie, Handschrift – all das ist jetzt nicht gefragt.