Dünn besetzt würde wohl noch milde ausdrücken, wie es um die Beschaffenheit des defensiven Mittelfelds beim SV Werder Bremen für die kommende Spielzeit steht. Philipp Bargfrede erlebt erneut eine Seuchensaison mit zahlreichen Verletzungen. Kapitän Clemens Fritz fällt bis zum Saisonende aus, ein Karriereende des ehemaligen Nationalspielers im Sommer ist nicht ausgeschlossen. Und Florian Grillitsch, Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:0 am Samstag gegen RB Leipzig (3:0) wird die Bremer bekanntlich am Ende der Saison gen Hoffenheim verlassen.

Oberste Priorität bei der Kaderplanung für die Saison 2017/2018 besitzt daher die Suche nach einem Sechser. Nachdem der bereits an der Weser gehandelte Grégory Sertic mit Olympique Marseille im Winter einen neuen Arbeitgeber gefunden hat, schaut sich die Raute offenbar in der ersten schweizerischen Liga nach einem neuen Terrier um.

Kommt ein ehemaliger U21-Nationalspieler?

Wie verschiedene Schweizer Medien berichten, sollen die Norddeutschen ein Auge auf Leonardo Bertone geworfen haben. Der Schweizer mit zweiter italienischer Staatsbürgerschaft stammt aus der Jugend der BSC Young Boys und schaffte 2014 den Sprung in die Profimannschaft. Er kann er alle Positionen im zentralen Mittelfeld besetzen, offensiv oder defensiv. Der 23-Jährige verpasste in dieser Saison gerade einmal zwei Spiele und kommt auf drei Tore sowie eine Vorlage. Sein Vertrag läuft im Sommer 2019 aus.

Bertone besticht durch einen aggressiven Führungsstil, resolute Zweikampfführung und eine starke Ballkontrolle. Genau jene Fähigkeiten, die den Bremern im Sommer abhandenkommen könnten. Ein wenig internationale Erfahrung brächte der Mittelfeldmotor, an dem auch Betis Sevilla, Galatasaray Istanbul und Atalanta Bergamo interessiert sein sollen, auch mit. So stand der 23-Jährige vor dem Ausscheiden seiner Berner in allen sechs Vorrundenpartien der Europa League auf dem Platz.

ScoutingFT-Meinung: Bertones Qualitäten würden absolut in das Scoutingprofil der Bremer passen. Da es sich bei dem jungen Schweizer allerdings eher um einen entwicklungsfähigen Sechser handelt, bleibt zu hinterfragen, ob dieser bereits den Anforderungen in der Bundesliga gewachsen ist. An der Seite von Thomas Delaney und Co. könnte Bertone aber sicherlich zu einem soliden Bundesligaspieler reifen. In jedem Fall wäre der Schweizer eine talentierte und interessante Personalie für den kommenden Sommer.