Oliver Kahn hat sich zur Trainersuche des FC Bayern geäußert. In der ‚Kahnalyse‘ von ‚Samsung‘ leitete der designierte Vorstandsvorsitzende ein: „Die Zeiten sind vorbei, wo es bei Bayern München gereicht hat, irgendwie Spiele zu gewinnen und irgendwie Meister zu werden. Fußball hat sich natürlich auch dahingehend weiterentwickelt, dass es schon auch Spektakel ist. Die Zuschauer die heute ins Stadion kommen, die wollen ja auch ein attraktives Fußballspiel sehen.“

Daran müsse sich der deutsche Rekordmeister messen lassen. „Das ist auch etwas, was auch zur Philosophie von Bayern München gehört: Dass sie ein dominantes Spiel – natürlich – spielen wollen, dass sie aber auch attraktiv spielen, dass sie nach vorne spielen, dass man da Dinge erkennen kann, die man bei anderen Mannschaften, was das technische Niveau, was die Geschwindigkeit anbelangt, die man bei anderen Mannschaften so nicht sieht“, sagte Kahn.

Neue Erwartungen an den Trainer

Entsprechend seien „auch die Erwartungen an einen Trainer einfach höher geworden“, so der 50-Jährige, ehe er konkret zur derzeitigen Trainersuche der Bayern Stellung bezog. Bei dieser müsse man „wegkommen von großen Namen“, schließlich sei die entscheidende Frage: „Was ist der Fußball, für den Bayern stehen möchte? Und was ist ein Trainer, der dazu optimal passt?“ Deshalb empfahl Kahn, sich „sehr, sehr viele Gedanken zu machen“.

Und weiter: „Weil es doch darum gehen muss, einen Trainer zu bekommen, der möglicherweise wieder eine Ära prägen kann. Und ich glaube, das ist etwas, was man jetzt nicht so einfach aus der Hüfte schießen kann. Das ist etwas, was man sich jetzt gut überlegen muss.“ Nach der Entlassung von Niko Kovac am Sonntag wird Interimscoach Hansi Flick die Mannschaft auch am morgigen Samstag im Kracher gegen Borussia Dortmund (18:30 Uhr) betreuen.

Wunschkandidat ten Hag?

Derzeit deutet vieles darauf hin, dass Flick auch im Anschluss das Team betreuen wird – mindestens bis Saisonende. Wunschkandidat für einen Neuanfang soll dann Erik ten Hag sein. Der 49-jährige Niederländer ist derzeit noch für Ajax Amsterdam verantwortlich. Ebenfalls vertraglich vergeben ist Thomas Tuchel (46). Sollte dessen Ehe mit Paris St. Germain im Laufe der Saison aber noch in die Brüche gehen, wäre wohl auch der ehemalige BVB-Coach ein Thema in München.

Kahn selbst wird zum 1. Januar als Vorstandsmitglied bei den Bayern einsteigen. Von da an soll der ehemalige Weltklasse-Torhüter eingearbeitet werden, um ab 2022 die Nachfolge von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender anzutreten. Als Spieler war Kahn zwischen 1994 und 2008 für den FCB aktiv, wurde achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger und gewann 2001 die Champions League. Die „Ära“, die ihm vorschwebt, prägte er also einst selbst als Spieler. Die derzeitige Trainersuche liegt aber in erste Linie in Rummenigges Händen und in denen von Sportdirektor Hasan Salihamidzic.