Anfang März zog die Chefetage von Bayer Leverkusen endgültig die Reißleine und trennte sich von Trainer Roger Schmidt. Besser wurde dadurch allenfalls die Stimmung unterm Bayerkreuz. Sportlich rutschte die Werkself von Platz zehn auf zwölf ab und kämpft um den Klassenerhalt.

Bis Saisonende wird Trainer Tayfun Korkut öffentlich nicht mehr angezählt. Anschließend aber muss die Interimslösung seine Koffer packen. Die Suche nach dem Mann für die Zukunft, einem Empathieträger als Gegenentwurf zu Schmidt, läuft längst.

Favre favorisiert den BVB

Nach Informationen des ‚kicker‘ wäre unter anderem Lucien Favre dazu befähigt. Der Schweizer begeistert derzeit beim OGC Nizza, mit dem er auf Rang drei der Ligue 1 steht, liebäugelt dem Bericht zufolge aber mit einer Rückkehr in die Bundesliga.

Allerdings befasse sich auch Borussia Dortmund mit Favre, der den BVB wiederum präferieren soll. Auch die AS Monaco ist angeblich sehr am 59-Jährigen interessiert. Gehandelt wird auch Mainz-Coach Martin Schmidt. Die ‚Sport Bild‘ berichtete am gestrigen Mittwoch aber, der 50-Jährige – ebenfalls Schweizer – sei kein Thema mehr bei Bayer.

Tedesco, das Top-Talent

Anders als Peter Bosz von Ajax Amsterdam. Seit Mai 2016 steht er beim Rekordmeister der Niederlande an der Seitenlinie, trat das schwierige Erbe von Frank de Boer an – mit Bravour. Zwar stiehlt dem AFC in der Eredivisie Feyenoord Rotterdam die Show, dafür sorgt Bosz‘ Ajax mit leidenschaftlichem Offensivfußball in Europa für Furore, steht nach einem 4:1 im Hinspiel gegen Olympique Lyon vor dem Einzug ins Finale der Euro League. Der Kontrakt des 53-Jährigen ist jedoch noch bis 2019 gültig.

Ein weiterer heißer Kandidat ist Domenico Tedesco von Erzgebirge Aue. Der 31-Jährige ist sozusagen das Top-Talent unter den Aspiranten beim Pharma-Klub. Tedesco macht mit ausgezeichneter Arbeit im Erzgebirge auf sich aufmerksam, wo er erst im Winter anheuerte.

Angesprochen auf ein mögliches Engagement in der Bundesliga sagte Tedesco im FT-Interview: „Ich bin voll und ganz in Aue. Alles andere ist mir völlig egal. Denn hier wurde mir vertraut. Es ist nicht selbstverständlich, einem 31-Jährigen in so einer Situation zu vertrauen. Und daher bin ich einfach nur froh, hier zu sein.“

De Boer steht hoch im Kurs

Zudem kursiert weiter der Name Niko Kovac. Der 45-Jährige rettete Eintracht Frankfurt erst vor dem Abstieg, steuerte dann auf internationalem Kurs. In der Rückrunde aber enttäuscht die SGE. Erst im Dezember verlängerte Kovac seinen Vertrag bis 2019. Ein Abschied im Sommer ist daher unwahrscheinlich.

Wie FT erfuhr, ist außerdem Frank de Boer ein Kandidat für die Korkut-Nachfolge. Der Niederländer steht bei den Bayer-Bossen um Sportdirektor Rudi Völler hoch im Kurs und ist seit seiner dubiosen Entlassung bei Inter Mailand Anfang November vereinslos.