An den ersten fünf Spieltagen der laufenden Saison stand Karim Bellarabi stets in der Startelf von Bayer 04. Die magere Ausbeute der Werkself in diesem Zeitraum: vier Punkte. Seit der sechsten Runde ist Bellarabi unter Heiko Herrlich nur noch Teilzeitkraft. Und Bayer seitdem ungeschlagen.

Auf den Flügelpositionen erhalten mittlerweile Leon Bailey und Julian Brandt den Vorzug. Auch Admir Mehmedi scheint Bellarabi in der Rangfolge überholt zu haben. Mit Blick auf Leverkusens Aufwärtstrend spricht aktuell nur wenig dafür, diese Hierarchie aufzubrechen.

Zu überhastet

Er muss die Schnelligkeit im Kopf noch seiner Bewegungsschnelligkeit anpassen“, kritisierte Herrlich unlängst die häufig überhastet wirkenden Situationen seines Schützlings. Zwar sei dieser „ein brutaler Sprinter“, doch ist sich der Trainer nicht sicher, ob sich der 27-Jährige überhaupt „seiner Qualität bewusst“ sei.

Auch Rudi Völler erwartet mehr Engagement von Bellarabi: „Bei aller Konkurrenz, das ist zu wenig für ihn“, erklärte der Sportchef dem ‚kicker‘, „dafür hat er zu große Möglichkeiten. Er muss angreifen.“ Diese Aussagen sind mittlerweile einen Monat alt. An der Situation des elfmaligen Nationalspieler hat sich aber noch immer nichts geändert.

BVB bot 36 Millionen

Ob man in Leverkusen bald die Geduld mit Bellarabi verliert? Durchaus möglich, betrachtet man den Wert des Flügelspielers. Vor seiner Vertragsverlängerung bis 2021 im Sommer 2016 buhlten mit dem FC Chelsea und dem FC Arsenal zwei englische Topklubs um ihn. Borussia Dortmund bot sogar 36 Millionen Euro für seine Dienste, Thomas Tuchel wollte den Rechtsfuß unbedingt.

Einen guten Ruf besitzt Bellarabi ob seiner Geschwindigkeit nach wie vor. Vorstellbar, dass Bayer ihn bei einem guten Angebot – vielleicht sogar schon im Winter – ziehen lassen würde. Der Betroffene selbst betonte zwar zuletzt, „ganz ruhig“ mit seiner Situation umzugehen. Dauerhaft kann er sich mit dem Platz auf der Bank aber sicher nicht anfreunden. Einige Klubs dürften hellhörig werden.