Jérôme ist nach der Saison zu uns gekommen und hat uns mitgeteilt, dass er sich durchaus vorstellen könnte, zum Ende seiner Karriere nochmal etwas anderes zu machen“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt, „wir haben darüber ausführlich diskutiert und ihm gesagt, dass wir, wenn er einen Klub hat, der bereit ist, eine interessante Ablöse zu zahlen, in Gesprächsbereitschaft sind.“

Knapp drei Wochen vor Schließung des Transferfenster deutet nun aber alles darauf hin, dass Boateng bei den Bayern bleibt. Mit Paris St. Germain orientierte sich der heißeste Anwärter auf eine Verpflichtung des deutschen Nationalspielers anderweitig. Die Franzosen holen Innenverteidiger Thilo Kehrer für 37 Millionen Euro von Schalke 04. Dass zusätzlich Boateng den Weg an die Seine findet, ist aufgrund der strengen Financial Fairplay Richtlinien wohl ausgeschlossen.

England aus dem Rennen

Auch ein Wechsel in die Premier League hat sich mittlerweile erübrigt. Liverpool, Arsenal, Manchester City und insbesondere Manchester United waren am 29-Jährigen dran. Doch seit vergangenem Donnerstag hat der Transfermarkt auf der Insel seine Pforten geschlossen. In Italien galt zwischenzeitlich Juventus Turin als interessiert. Der Serienmeister entschied sich jedoch zu einer Rückholaktion von Leonardo Bonucci. Die Planstelle in der Abwehr ist damit geschlossen.

Geht man also davon aus, dass Boateng nur zu einem der Top-Zehn Teams Europas wechseln würde, bliebe nur noch ein Transfer nach Spanien. Real Madrid und der FC Barcelona, eigentlich die Wunsch-Ziele des Weltmeisters von 2014, zeigten bislang jedoch keinerlei Interesse. Dass sich dies noch grundlegend ändert, ist sehr unwahrscheinlich. Schließlich sind die Abwehrzentren der beiden Giganten bereits gut und breit besetzt.

Kovac freut’s

Boateng wird also aller Voraussicht nach in München, wo er noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, bleiben. Für Niko Kovac ist das alles andere als ein Problem. Der Trainer hatte zuletzt ohnehin versucht, seinen Abwehrmann von einer Zukunft an der Säbener Straße zu überzeugen. Kovac würde gerne mit Boateng zusammenarbeiten – und auch mehrere Teamkollegen sprachen sich zuletzt öffentlich für einen Verbleib aus.

Mit einer weiteren Saison in München wird auch der Spieler selbst unter dem Strich nicht unglücklich sein. Boateng wird keinen Stunk machen, sondern sich weiterhin professionell den nächsten Zielen widmen. Mit Rummenigge war es dem Vernehmen nach der Vorstandsvorsitzende, der einen Abgang des Rechtfußes willkommen geheißen hätte. Das Verhältnis der beiden gilt als angespannt. Nun gilt es, diese Wogen zu glätten. Ein Wechsel ist aller Voraussicht nach vom Tisch.