Eigener Stil

David Wagner hat das Spiel des FC Schalke 04 grundlegend verändert. Unter Domenico Tedesco passten sich die Knappen stets dem Gegner an, konnten auch gegen vermeintlich schwächere Mannschaften keine Ideen kreieren. In dieser Saison hört Königsblau auch nach einer Führung nicht auf, nach vorne zu spielen. Darüber hinaus wurde von der fehleranfälligen Dreierkette auf eine Viererkette umgestellt.

Konstante Startelf

Wenn der Stadionsprecher in dieser Saison die Aufstellung vorliest, wissen die meisten S04-Fans bereits, wer auf dem Platz steht. Wagner hat seine Stammformation gefunden. Von Spiel zu Spiel finden bei den Schalkern maximal zwei Änderungen statt. Die Spieler kennen ihre Positionen. In der vergangenen Saison fanden noch wesentlich mehr Wechsel statt. Gipfel der Rotation war das Revierderby, in dem Mittelfeldkämpfer Weston McKennie und Außenverteidiger Hamza Mendyl im Sturm aufgestellt wurden.

Harit startet durch

Amine Harit musste in der vergangenen Saison einige Rückschläge hinnehmen. Private Probleme übertrugen sich auf seine Leistung auf dem Feld, ein Abschied aus Gelsenkirchen lag nahe. Doch der Marokkaner kämpfte sich in der Vorbereitung zurück, spielte sich unter Wagner in die Startelf. In den ersten sechs Pflichtspielen gelangen dem Offensivspieler drei Tore und drei Vorlagen. Auch gestern gegen Mainz traf der 22-Jährige äußerst sehenswert zum Sieg.

Änderungen im Staff

Viele Neuzugänge hat der FC Schalke für seinen Kader nicht geholt. Dafür hat Jochen Schneider das Team hinter dem Team verstärkt. „Wir haben gute Leute dazugeholt, die den Job anderswo schon hervorragend gemacht haben“, so Schneider. Der Trainerstab der Knappen ist inzwischen fast so groß wie der gesamte Spielerkader. „Wir arbeiten gut zusammen, es wird viel kommuniziert“, schwärmt Schalkes Sportvorstand.

Realistische Selbsteinschätzung

In Selbstzufriedenheit will aber niemand verfallen. Coach Wagner zeigt sich nach dem 2:1-Erfolg über Mainz nicht zufrieden mit der Leistung seiner Truppe. „Die zweite Halbzeit war nicht gut, sehr fehlerhaft“, meint der 47-Jährige. Teamkoordinator Sascha Riether fand ähnliche Worte. Dass die Rückkehr in den Europapokal für Wagner „überhaupt kein Thema“ ist, deutet auf eine reflektierte Sichtweise hin. Im Moment, so scheint es, greift bei S04 ein Rädchen ins andere. Jetzt gilt es, diesen Vorgang Woche für Woche zu perfektionieren.