Weigl ist sehr wichtig für den BVB. Wenn er so spielt wie im Moment, dann funktioniert das Spiel von Dortmund, ohne ihn spielen sie nicht so schnell. Er macht das für sein Alter sehr ruhig“, sang Pep Guardiola bereits vor über einem Jahr Lobeshymnen, als sich die Bundesliga noch verdutzt die Augen rieb, wie der 2,5-Millionen-Transfer bei Borussia Dortmund einschlug. Noch bevor Guardiola im vergangenen Winter seinen neuen Arbeitgeber bekanntgab, wurde spekuliert, er könnte Weigl mit nach England nehmen. Mit etwas Verspätung will er dies nun im kommenden Jahr nachholen.

Nach Informationen der ‚Bild‘ steht Weigl auf der Wunschliste des katalanischen Trainerstars ganz oben. Guardiolas Ansatzpunkt soll das verhältnismäßig schmale Gehalt des Dortmunder-Stammspielers sein. Da der Ballverteiler im vergangenen Jahr als Perspektivspieler geholt wurde, liegt das Jahressalär mit 1,5 Millionen Euro deutlich unter dem Mannschaftsdurchschnitt. Bei Manchester City könnte der 21-Jährige mindestens das Vierfache verdienen.

Dass Weigl vor allem aufgrund seines Stellenwerts im BVB-Mannschaftsgefüge unterbezahlt ist, hat auch die Dortmunder Vereinsführung erkannt. Vertragsgespräche laufen bereits seit Mitte Oktober. Die Schwarz-Gelben wollen das Gehalt deutlich anpassen und den bis 2019 datierten Kontrakt um mindestens ein weiteres Jahr verlängern. „Wir wollen der hervorragenden Entwicklung von Julian folge leisten und haben den Wunsch, ihn langfristig an unseren Verein zu binden. Wir sind aber nicht unter Zeitdruck. Weil er sich extrem wohl bei uns fühlt“, versicherte Manager Michael Zorc.

Gefährlicher FIFA-Passus

Obwohl sich der Nationalspieler pudelwohl in Dortmund fühlt, sollte die BVB-Führungsriege die Vertragsverlängerung nicht auf die lange Bank schieben. Wie die ‚WAZ‘ berichtet, könnte den Westfalen ein Passus im FIFA-Regelwerk zum Verhängnis werden, der zwar weitreichende Folgen hat, allerdings nur den Wenigsten bekannt ist. Laut den Statuten können Spieler, die drei Jahre bei einem Verein unter Vertrag stehen, ihren Kontrakt einseitig kündigen. Der Klub würde in diesem Fall nur mit dem ausstehenden Gehalt entschädigt werden. Im Klartext: Weigl könnte 2018 die Koffer packen und dem BVB würden lediglich 1,5 Millionen Euro zustehen.

Dass es soweit kommt, ist allerdings überaus unwahrscheinlich. Zum einen fand die Klausel erst einmal Anwendung, als der Schotte Andy Webster auf seinen Abschied von Heart of Midlothian pochte, um sich Wigan Athletic anzuschließen. Zum anderen geht die ‚WAZ‘ davon aus, dass Weigl einer Vertragsverlängerung in Dortmund nicht abgeneigt gegenübersteht und nicht mehr allzu große Steine aus dem Weg geräumt werden müssen.

FT-Meinung: In den taktischen Plänen von Thomas Tuchel ist Weigl der Fixpunkt. In dieser Saison standen lediglich Keeper Roman Bürki, die Innenverteidiger Matthias Ginter und Sokratis sowie Toptorjäger Pierre-Emerick Aubameyang marginal länger auf dem Platz. Neben den Citizens haben mit dem AC Mailand, Real Madrid, dem FC Barcelona und Paris St. Germain längst weitere Topklubs die Witterung aufgenommen. Da sich Weigl aber pudelwohl im Signal Iduna Park fühlt, sollten die Chancen auf eine langfristige Zusammenarbeit dennoch ausgezeichnet stehen.