Es geht aber auch immer um Verfügbarkeiten und Möglichkeiten.“ Mit dieser Aussage ließ Michael Zorc am Dienstag erstmals durchblicken, dass die Neuner-Thematik bei Borussia Dortmund sehr wohl Gegenstand von Diskussionen ist und war. Dabei hatten der BVB-Manager und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke stets unisonso erklärt, man sehe auf der Position keinen Bedarf.

Zukünftig wird man sehen, ob Paco Alcácer ein Kollege respektive Konkurrent zur Seite gestellt wird. Vor der Saison jedenfalls, so berichtet es der ‚kicker‘ in seiner Printausgabe vom heutigen Donnerstag, setzte sich Lucien Favres Meinung durch. Der Schweizer habe „keine Notwendigkeit“ gesehen und die Dortmunder Vereinsführung infolgedessen „auf die Durchsetzung ihrer Richtlinienkompetenz“ verzichtet. Wie sehr Zorc und Watzke selbst den Wunsch nach einem Stoßstürmer hegten, bleibt allerdings unbeantwortet.

Zu wenig Torgefahr

Man kann es drehen und wenden, wie man will – der BVB strahlt seit Wochen zu wenig Präsenz im gegnerischen Strafraum aus. Ob das nun primär am Personal oder an Favres taktischen Maßgaben lag, sei einmal dahingestellt.

Fakt ist: Schon alleine die Anwesenheit eines größergewachsenen Stürmers würde das Verhalten des Gegners dahingehend verändern, dass man die gesamte Mannschaft weiter auseinanderziehen müsste, um hohe Hereingaben von den Außen zu verhindern. Momentan dürfen die Dortmunder gegen andere Bundesligisten auf den Flügeln schalten und walten, wie sie wollen. Wohl wissend, dass ihnen aus dieser Position keinerlei Gefahr droht.

Das schränkt die Handlungsmöglichkeit der schwarz-gelben Offensivakteure doch deutlich ein. Eine Beschneidung durch Favres Spielidee, der man sich beim BVB bewusst ausgesetzt hat. Doch momentan macht es unabhängig vom Pokal-Erfolg gegen Mönchengladbach den Anschein, als sei man im Begriff, diesen Ansatz noch einmal neu zu überdenken.