In der Aktenschränken an der Dortmunder Strobelallee findet sich unter dem Buchstaben Ü mit Sicherheit ein dickgepacktes Dossier. Bereits vor fast vier Jahren streckte Borussia Dortmund die Fühler nach dem türkischen Wunderkind Enes Ünal aus. Hans-Joachim Watzke bestätigte damals indirekt, dass der BVB das 16-jährige Talent von Bursaspor auf dem Zettel hat. Mit einem Wechsel in die Bundesliga wurde es aber nichts. Stattdessen heuerte der Mittelstürmer zwei Jahre später bei Manchester City an.

Da nach wie vor fraglich ist, ob beziehungsweise wann das Toptalent für die Skyblues auflaufen kann, kursieren Gerüchte über dessen Abschied. Wie die niederländische Tageszeitung ‚De Telegraaf‘ berichtet, befindet sich die Borussia erneut in der Verlosung. Demnach hat der BVB bereits Kontakt zu Ünals Berater aufgenommen, um die Möglichkeit eines Wechsels auszuloten.

Ünal als direkter Aubameyang-Nachfolger

Normalerweise müsste in Frage gestellt werden, ob man einem blutjungen Talent, das in einer Woche seinen 20. Geburtstag feiert, das Erbe eines Superstars wie Pierre-Emerick Aubameyang antragen könnte. Bei Ünal liegt der Fall jedoch anders. Der 1,85 Meter große und pfeilschnelle Mittelstürmer absolviert derzeit seine vierte Profisaison. Vor dem Tor präsentiert sich der fünffache türkische Nationalspieler unglaublich robust und eiskalt. In der laufenden Saison war er für seinen Leiharbeitgeber Twente Enschede bereits 18 Mal erfolgreich. Vier weitere Treffer legte er auf. Insgesamt war Ünal schon in vier unterschiedlichen Ligen an 45 Profitoren beteiligt.

Bis 2019 ist Ünal noch an City gebunden. Für Manchester auflaufen wird er aber auch in der kommenden Saison nicht. Der gebürtige Türke erhält in England keine Arbeitserlaubnis, da er in den vergangenen Jahren nicht 70 Prozent der Länderspiele bestritten hat. Eine Hürde, die ihm wohl auch vor der übernächsten Saison im Wege stehen wird.

PlausibelFT-Meinung: Twente macht sich daher Hoffnungen, Ünal ein weiteres Jahr auszuleihen. Lazio Rom, der FC Bayern und nun auch der BVB würden den Angreifer gerne dauerhaft unter Vertrag. Die Chancen der Dortmunder sind dabei sicher nicht die schlechtesten. Sollte Aubameyang tatsächlich im Sommer die Koffer packen, wird ein Stammplatz im Sturmzentrum frei. Eine Garantie auf regelmäßige Einsatzzeiten, mit der die Bayern oder Lazio nicht locken könnten.