Die Saison 2017/18 verlief für Borussia Dortmund alles andere als planmäßig. Der neue Trainer Peter Bosz wurde nach einem knappen halben Jahr schon wieder entlassen. Dessen Nachfolger Peter Stöger führte den BVB mit Ach, Krach und Rumpelfußball zwar irgendwie noch in die Champions League, nahm dann aber auch seinen Hut.

Die Schwarz-Gelben brauchten einen neuen Trainer. In seiner am 14. Oktober erscheinenden Autobiografie schildert BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, dass er in dieser Situation zuerst daran dachte, Jürgen Klopp zum BVB zurückzuholen. Im Mai 2018 rief er deshalb beim Coach des FC Liverpool an.

In einem von der ‚Bild‘ veröffentlichten Buchauszug erklärt Klopp: „Irgendwann [...] klingelte mein Telefon, als ich im Flieger saß. Aki war dran: ,Jürgen, du musst zurückkommen.‘ Ich habe gelacht. Ich dachte, er macht einen Scherz. ,Bist du doof, hast du getrunken? Wie kommst du denn auf die Idee? Ich habe doch noch ein paar Jahre Vertrag in Liverpool.‘ Ich weiß nicht, wie ernst das in dem Moment von ihm gemeint war, aber da habe ich schon gemerkt, dass er sich von mir eine größere Bereitschaft gewünscht hätte, darauf einzugehen.

Watzke schildert auch seine Sicht der Dinge: „Ich wusste, dass Jürgen absagen würde, dass er seinen Vertrag in Liverpool erfüllen wird. Jürgen hat seine Verträge immer erfüllt. So ist er. Aber wenn man neue Wege gehen will, und wir mussten an diesem Punkt einen neuen Weg beim BVB einschlagen, dann musste ich Jürgen wenigstens fragen, ob er sich das womöglich doch vorstellen kann. Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet, aber ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben.

Statt Klopp kommt Favre

Watzkes Wunschtrainer Klopp, der zwischen 2008 und 2015 an der Seitenlinie des BVB stand, war also nicht zu haben. Der Geschäftsführer orientierte sich um und holte schlussendlich Lucien Favre. Dass der Schweizer eine ähnlich lange Ära in Dortmund prägen wird wie Klopp, scheint derzeit mehr als unwahrscheinlich. Das Team steckt in der Krise. Und Watzkes öffentlichen Liebesbekundungen in Richtung Klopp werden Favres Stand nicht festigen.