Da dachte man, Jupp Heynckes genieße die Ruhe nach seiner überaus erfolgreichen Trainerkarriere und wolle sich aus dem Tagesgeschäft beim FC Bayern raushalten. Nun tritt der 74-Jährige aber doch noch einmal ins Rampenlicht. Mit einem flammenden Plädoyer greift der Altmeister in die Trainer-Thematik beim Rekordmeister ein.

„Flick kann Epoche prägen“

Der FC Bayern München besitzt nun die große Chance, über einen längeren Zeitraum einen Trainer zu haben, der eine Epoche prägen kann“, ist einer der Kernsätze von Heynckes‘ Kolumne im ‚kicker‘. Gemeint ist Hansi Flick, von dem der Triple-Sieger-Trainer von 2013 absolut begeistert ist.

Hansi“, bemerkt Heynckes, „ist es binnen kürzester Zeit gelungen, diese sehr gute Mischung in seinem Kader (…) zu vereinen, und zwar zwischenmenschlich und fußballerisch. Dank seiner Erfahrung, die er in verschiedenen Rollen im Fußball sammelte, vor allem aber dank seines Wesens begegnet er seinen Spielern auf Augenhöhe: Er ist ein Chef nicht aufgrund seiner Position, sondern aufgrund seiner Persönlichkeit.

„Ein Juwel“

Heynckes kommt gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: „Es geht nicht um Momentaufnahmen, sondern um das grundsätzliche Know-how eines Trainers, seine Fachkompetenz und menschliche Note, seine Philosophie. Unter diesen Aspekten und Anforderungen ist Hansi Flick für mich prädestiniert für die Aufgabe als Cheftrainer des FC Bayern und der ideale Mann für diese Position – und zwar über diese Saison 2019/20 hinaus.

Flick sei „als Trainer ein Juwel. Solche Talente müssen erkannt und gefördert werden“, fordert der gebürtige Mönchengladbacher. Heynckes setzt seinen ehemaligen Vorgesetzten damit die Pistole auf die Brust: Trainersuche einstellen und Flick zu Dauerlösung machen. Ob eine Rolle spielt, dass er einst selbst für einen ausländischen Starcoach wie Pep Guardiola weichen musste?