Von „zwei, drei Toplösungen“ sprach Frank Baumann am vergangenen Freitag während der Vorstellung von Florian Kohfeldt. Sie wären nach Ansicht des Bremer Sportdirektors in dieser Situation „eine bessere Lösung“ gewesen.

Als ehrlich darf man Baumanns Worte getrost bezeichnen, naiv sind sie aber mindestens in dem gleichen Maße. Denn Kohfeldt muss nun bis auf weiteres mit dem Malus als Notstopfen leben. In der Prioritätenliste vor dem ehemaligen U23-Trainer standen insbesondere drei Kandidaten, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht gekommen sind.

Bruno Labbadia (51/vereinslos): Zwei Treffen mit dem früheren HSV-Coach hatten bereits stattgefunden. Und im Gegensatz zu den anderen beiden Kandidaten wäre Labbadia auch frei verfügbar gewesen. Doch laut ‚Sport1‘ war der abstiegskampferprobte Coach nicht einverstanden mit dem Ablauf und dem Inhalt der Gespräche. Man kam schlichtweg nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

Adi Hütter (47/Young Boys Bern): Auch mit dem Österreicher, der die Young Boys in der Schweiz an die Tabellenspitze geführt hat, schloss sich Baumann kurz. Allerdings war hier sehr schnell klar, dass Werder leer ausgehen wird. Nur wenige Tage nach der Kontaktaufnahme verlängerte Hütter seinen Vertrag in Bern. Dort peilt er für die kommende Saison die Champions League an. Den Abstiegskampf – auch in der Bundesliga – hätte Hütter als Rückschritt betrachtet.

Raphaël Wicky (40/FC Basel): Nach FT-Informationen stand auch Wicky ganz hoch im Kurs. Der Schweizer hätte ähnlich wie Labbadia den vielzitierten Stallgeruch mitgebracht. Zwischen 1997 und 2001 hatte er das grün-weiße Trikot übergestreift. Aber weil Wicky erst im Sommer bei Basel übernommen hatte, kam ein Abschied nicht infrage. Dabei hätte der überfallartige Fußball, den der 40-Jährige mit Basel insbesondere in der Champions League praktizieren lässt, perfekt zu Werder gepasst.

Fazit: Weil Baumann angekündigt hat, die Situation im Winter neu bewerten zu wollen, dürfte es erneut Spekulationen geben. Labbadia und Hütter sind endgültig kein Thema mehr bei Werder, Wicky je nach weiterem Saisonverlauf womöglich schon. Nun hat aber zunächst einmal Kohfeldt die Möglichkeit nachzuweisen, dass er mehr als eine Notlösung ist.