Der Hamburger SV braucht dringend frische Ideen. Die Begegnung gegen den FC Augsburg wurde planlos und ohne Esprit verloren. Es war der Harmlosigkeit der Fuggerstädter geschuldet, dass die Hanseaten nur mit 0:1 vom Platz geschickt wurden. Nach dem hilflosen Auftritt, mit einer unterdurchschnittlichen Passquote von 66 % angekommenen Pässen, haben die HSV-Verantwortlichen endlich die Vakanzen im Kader erkannt.

Kaiser zögerte bis zuletzt

An der Elbe hatte man zwar schon vor der Partie Spielmacher Dominik Kaiser von RB Leipzig ins Auge gefasst. Doch mit Nachdruck scheint der Transfer erst jetzt angestrebt zu werden. Der abkömmliche zweifache Aufstiegsheld der Sachsen hatte seinerseits bis zuletzt gehofft, mehr Spielzeit unter Coach Ralph Hasenhüttl zu erhalten.

Spätestens durch die Entscheidung der Leipziger, dem vorgezogenen Wechsel Naby Keïtas einen Riegel vorzuschieben, haben sich jegliche Einsatzchancen Kaisers jedoch in Luft aufgelöst. Nun könnte es ganz schnell gehen. Das ‚Hamburger Abendblatt‘ berichtet, dass der 29-Jährige nun auch seinerseits akutes Interesse an einem Tapetenwechsel zeigt – bisher sah der Plan einen Transfer nicht zwingend vor.

Auch NY Red Bulls und Köln zeigten Interesse

Demzufolge erhält der HSV den Zuschlag. Es gehe nur noch um Details. Die Hamburger verhandeln momentan mit dem Standardspezialisten über die Vertragslänge. Eine Einigung steht kurz bevor, soll aber nicht vor Mittwoch verkündet werden.

Kaiser könnte für zweieinhalb oder dreieinhalb Jahre unterschreiben und würde auch den Gang in die zweite Liga mit dem Bundesliga-Dino antreten. Die Verantwortlichen aus Leipzig werden mit einer Ablöse im niedrigen sechsstelligen Bereich entschädigt. Der Vertrag von Kaiser läuft noch sechs Monate.

Macht Walace den Kaiser-Deal möglich?

Einzig die Finanzierung des Kaiser-Deals muss noch organisiert werden. Dabei kommt nun doch ein Walace-Abgang nach nur zwölf Monaten in Frage. Noch in der Winterpause hatte Sportchef Jens Todt einen Wechsel des einstigen Hoffnungsträgers abgelehnt. Nun scheint man gesprächsbereit, wenn die Ablöse stimmt. 9,2 Millionen Euro, die der HSV Anfang 2017 an Gremio Porto Alegre überwies, wird man allerdings nicht annähernd erzielen können.

Heißes ThemaFT-Meinung: Kaiser hat die Zeichen der Zeit erkannt. Keïta wechselt nicht vorzeitig zum FC Liverpool. Im Team von RB Leipzig wird er auch in den nächsten sechs Monaten nicht mehr Spielzeit erhalten. Der HSV greift bei einem Spieler zu, der die Schwachstellen im Team beheben kann. Doch zunächst müssen Einnahmen generiert werden. Walace steht somit im Schaufenster.