Leidglich viermal durfte Sven Ulreich seit seinem Wechsel 2015 zum FC Bayern das Tor des Rekordmeisters hüten. An Welttorhüter Manuel Neuer ist kein Vorbeikommen – auch in den nächsten Jahren nicht. Ulreich hat längst klargestellt, sich mit einem Abschied aus München zu befassen.

Wenn eine sinnvolle Anfrage kommt, mache ich mir Gedanken“, sagte der 28-Jährige zuletzt. Ein Ziel hat Ulreich auch vor Augen: „Mein Favorit ist ein Wechsel in Deutschland. Mein Anspruch ist, in der Bundesliga zu bleiben.

Neben dem Ex-Stuttgarter räumt im Sommer voraussichtlich auch Tom Starke seinen Platz auf der Ersatzbank. Der 36-Jährige wird seine Handschuhe wohl an den Nagel hängen. Wer künftig mit dem Platz in Neuers Schatten vorliebnehmen wird, ist offen.

Der Regie-Stuhl wird frei

Mittelfelddirigent Xabi Alonso wird seinen Taktstock nach der Saison beiseitelegen. Das bajuwarische Starorchester soll nach Wunsch der Klubbosse Renato Sanches anleiten. Dass der junge Portugiese nicht auf Anhieb in diese Rolle hineinwachsen wird, weiß aber auch Karl-Heinz Rummenigge: „Die Qualität dazu bringt er mit, aber wir werden die notwendige Geduld aufbringen müssen.

Mit Thiago, Javi Martínez, Arturo Vidal, Joshua Kimmich und Neuzugang Sebastian Rudy stehen weitere Alternativen für den Part auf der Sechs zur Verfügung. Die strategischen Fähigkeiten eines Alonsos eins zu eins zu ersetzen, wird aber schwerfallen. Bleibt abzuwarten, ob die Bayern nicht doch noch auf dem Transfermarkt zuschlagen. Angeblich steht Eintracht Frankfurts Omar Mascarell auf dem Zettel.

Auch der Kapitän sagt Servus

Auch die Nachfolge von Philipp Lahm würden die Münchner am liebsten intern lösen. Beim DFB-Team hat Joshua Kimmich längst gezeigt, dass er den Part rechts hinten bravourös ausfüllen kann. Carlo Ancelotti setzte den 22-Jährigen bisher aber selten als Rechtsverteidiger ein – anders als Vorgänger Pep Guardiola und Bundestrainer Jogi Löw.

Gerüchte um einen externen Neuzugang wie Nélson Semedo (Benfica Lissabon) halten sich zwar hartnäckig, doch Rummenigge ist sich sicher: „Kimmich wird, das ist ziemlich klar, bei uns Nachfolger von Philipp Lahm. Ab der nächsten Saison hat er dann gesicherte Einsatzminuten. So jedenfalls plant es Carlo Ancelotti.

Kommt ein Lewandowski-Backup?

Im Münchner Sturmzentrum zieht Robert Lewandowski einsam seine Kreise. Einen anderen klassischen Neuner sucht man im FCB-Kader vergeblich. Notfalls springt Thomas Müller für die polnische Tormaschine in die Bresche.

Da Lewandowski so gut wie nie verletzt ausfällt oder eine ernste Formkrise hat, sah man bei den Bayern bislang keine Notwendigkeit, einen Backup zu verpflichten. Endgültig ausschließen wollte Ancelotti dies zuletzt aber nicht: „Wir haben noch Zeit, darüber nachzudenken.“ Sollte sich ein passender Kandidat finden, der sich ohne Murren auf die Bank setzt, ist dieses Szenario zumindest denkbar.