Ich war auch erstaunt, muss ich ganz ehrlich sagen. Wichtig ist, dass Bas selbst gesehen hat, dass ihm noch einiges fehlt für die Bundesliga.“ Überraschend offen sprach Adi Hütter am gestrigen Freitag über den mangelhaften Fitnesszustand seines neuen Stürmere Bas Dost.

Der Niederländer, für sieben Millionen Euro von Sporting Lissabon verpflichtet, war bei seinem ersten Startelfeinsatz am Donnerstag gegen den FC Arsenal (0:3) noch kein Faktor. Dost gab zu: „Normalerweise bin ich vorm Tor tödlich. So weit bin ich jetzt noch nicht – das nervt brutal.“

„Wenig Laufsachen gemacht“

Und weiter: „Die Spritzigkeit fehlt. Leider dauert das bei mir immer lange, weil ich in der Jugend wenig Laufsachen gemacht habe.“ Ein erfrischend ehrliches Statement – für die Eintracht aber alles andere als optimal. Holt man einen 30-jährigen Mittelstürmer, erwartet man eigentlich, dass er sofort funktioniert.

Insbesondere angesichts des Frankfurter Aderlasses im Sommer. Die Büffelherde aus Luka Jovic, Sebastien Haller und Ante Rebic ist Geschichte. Dost ist nun einer derjenigen, die die Kohlen aus dem Feuer holen sollen. Der andere ist André Silva, der im Tausch gegen Rebic aus Mailand kam.

Der Portugiese – auf den Landsmann Cristiano Ronaldo große Stücke hält – ließ sein Können bereits aufblitzen. Die ganz große Bindung hat Silva aber noch nicht zum Spiel der Eintracht. Besser läuft es da schon für einen, der in der vergangenen Spielzeit noch im Schatten der Büffelherde stand.

Paciencia trifft konstant

Gonçalo Paciencia traf schon sechsmal in zwölf Pflichtspielen – und ist damit vorerst die Frankfurter Lebensversicherung. Gegen Arsenal musste er Landsmann Silva den Vortritt lassen. Am morgigen Sonntag gegen Borussia Dortmund (18 Uhr) könnten die beiden dagegen Seite an Seite stürmen – Dost fehlt schließlich die Fitness.

Unter dem Strich brauch die „neue Büffelherde“ schlichtweg noch Zeit, um fitter zu werden und zueinander zu finden. Das weiß auch Hütter. „Die Stürmer haben noch nicht viele Minuten miteinander Fußball gespielt. Bis mal alle integriert sind, jeder die Laufwege weiß – dafür haben wir noch zu wenig trainieren können“, erklärte der Coach – diesmal weniger erstaunt.