Drei Pflichtspiele hat Borussia Dortmund in der neuen Saison absolviert. Trainer Lucien Favre wagte dabei keine Experimente: Nur 15 Spieler erhielten Einsatzzeiten – 14 andere sind bislang außen vor. Schon zu Zeiten bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach war der Schweizer dafür bekannt, gerne eine Stammelf einspielen zu lassen. Doch ab Mitte September wird er um Rotation nicht herumkommen.

Zum einen stehen dem BVB sieben Spiele in 22 Tagen ins Haus. Zum anderen dürfte sehr schnell Unruhe im aufgeblähten Kader aufkommen, wenn Favre immer nur die selben ranlässt. Beim gestrigen 6:0-Testspielsieg in Osnabrück zeigten schließlich einige prominente Reservisten, dass sie künftig zurecht Ansprüche anmelden werden. Shinji Kagawa etwa, der bisher stets im Spieltagskader fehlte, spielte Zuckerpässe am Fließband. Auch Mario Götze zeigte sich spielfreudig.

Mann des Abends war Jacob Bruun Larsen. Das Eigengewächs ließ es als Linksaußen gleich viermal im gegnerischen Kasten klingen. „Tore zu schießen ist immer schön“, lächelte er im Anschluss verlegen in die Kamers. Beste Eigenwerbung des Dänen, der schon in der Vorbereitung zu überzeugen wusste, ehe ihn eine Verletzung ausbremste. Mit Sergio Gómez hat der BVB ein weiteres Offensivjuwel im Kader. Der Spanier erzielte gegen Osnabrück ein Traumtor und wirkte sehr spielfreudig.

Neue Konkurrenz bremst Weigl

Und dann ist da auch noch Julian Weigl, der ursprünglich zum neuen Gesicht des Klubs aufgebaut werden sollte. Durch die Verpflichtungen von Axel Witsel und Thomas Delaney sowie durch eine eigene Verletzung geriet der Sechser aber zuletzt ins Hintertreffen. Allzu lange wird er sich mit der Rolle auf der Bank jedoch nicht anfreunden können. Auch Ömer Toprak kam 2017 mit dem Anspruch auf einen Stammplatz, gleiches gilt für Raphaël Guerreiro, der lediglich dreimal eingewechselt wurde. Zusätzlich drängt Neuzugang Paco Alcácer in die Startelf.

Favre stehen knifflige Aufgaben bevor. Der Kader ist breit genug, um im Dreitagesrhythmus kräftig durchzurotieren. So ist gewährleistet, dass stets frische und qualitativ hochwertige Spieler auf dem Feld stehen, die allesamt auf ihre Einsätze kommen. Gleichzeitig muss sich Favre zugunsten dieser Chance aber wohl von dem Ideal einer Stammelf verabschieden. Das riesige Aufgebot ist also Fluch und Segen zugleich.

Die BVB-Startelf gegen Osnabrück

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Bruun Larsen (9./24./26.), 4:0 Gomez (32.), 5:0 Bruun Larsen (41.), 6:0 Philipp (78.)​