Es ist ein Transferkonstrukt ohne Präzedenzfall. Der FC Bayern hat Fiete Arp vom Hamburger SV bereits im Sommer 2018 verpflichtet. Ob der Stürmer aber schon 2019 oder erst 2020 zum Rekordmeister stößt, liegt allein in seiner eigenen Hand.

Die aktuellen Leistungen des 19-Jährigen (elf Zweitligaspiele, null Tore) lassen ohnehin nur erahnen, weshalb sich die Bayern Arp sicherten. Der Rechtsfuß gilt ob seiner Torquote im Jugendbereich als größtes deutsches Sturmtalent.

„Kaum mehr zu bezahlen“

Für Niko Kovac ist deshalb klar: „Er ist ein sehr guter Spieler, ein sehr gutes, deutsches Talent. Und sehr gute Talente müssen heute sehr früh zu guten Klubs geholt werden. Wenn man solche Spieler nicht früh genug holt, dann sind sie kaum noch zu bezahlen.“ So musste der FCB nur drei Millionen Euro überweisen.

Arp sei „eine Investition in die Zukunft“, so der Bayern-Coach auf der heutigen Pressekonferenz weiter, „ich bin mir sicher, dass er in ein paar Jahren deutscher Nationalspieler ist“. Gewaltige Vorschusslorbeeren für den torlosen Teenager.

Kovac nicht involviert

Interessant: Kovac selbst hatte mit dem Arp-Deal nach eigener Aussage „überhaupt nichts zu tun“. Der Trainer wisse nicht einmal, „wann der Kontakt mit dem HSV und dem Spieler entstanden ist“.

Ein Anzeichen mehr dafür, dass die Arp-Verpflichtung reine Vorsorge des Klubs war, um sich nach Timo Werner oder Leroy Sané nicht das nächste hoffnungsvolle einheimische Talente durch die Finger gleiten zu lassen.

Wie geht es nun weiter mit Arp? FT weiß, dass die Bayern ursprünglich angedacht hatten, das Juwel schon im vergangenen Sommer zu verpflichten und (etwa an die TSG Hoffenheim) zu verleihen. Nun ist aber klar, dass sich Arp seine Sporen erst noch weiter beim HSV verdienen soll.

FT-Meinung: Angesichts einer persönlich enttäuschenden Saison käme der Schritt nach München im Sommer zu früh. Am wahrscheinlichsten ist noch ein weiteres Jahr in der Heimat. Auch im Anschluss sind Ausleihen denkbar. Das liegt ganz allein daran, wie schnell sich Arp entwickelt.