Karl-Heinz Rummenigge hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er mit der Art und Weise des Bayern-Sieges in Piräus am gestrigen Dienstagabend nicht zufrieden war. Die ‚Bild‘ zitiert den Vorstandsvorsitzenden: „Wir sind hier ja in Griechenland. Da ist ja der Marathonlauf erfunden worden. Heute Abend war es so ein bisschen wie ein Marathonlauf mit Hürden, den wir auf dem Platz erlebt haben.“

Rummenigge weiter: „Ich glaube nicht, dass die Leistung, die wir heute Abend gebracht haben, uns am Ende des Tages in diesem Jahr große Erfolge bescheren wird, wenn wir nicht die Kurve langsam kriegen. Wir spielen mir ein bisschen zu sorglos. Ich glaube, wir haben jetzt zum sechsten, siebten Mal zwei Tore wieder reingekriegt. Das wird zu Problemen führen.“ Explizite Kritik an Trainer Niko Kovac vermied der 64-Jährige zwar, dennoch ist bekannt, dass Rummenigge eher ein Kovac-Skeptiker ist.

„Ernstzunehmende Alternative“

Entsprechend hat der Bayern-Boss auch schon einen Plan B in der Tasche, falls Kovac nicht mehr zu halten sein sollte. Der ‚Sport Bild‘ zufolge ist Ralf Rangnick eine „ernstzunehmende Alternative“ beim Rekordmeister. Der 61-Jährige zog sich im Sommer bei RB Leipzig von der operativen Ebene zurück und ist mittlerweile internationaler Entwicklungsnetzwerker für alle Red Bull-Teams. Eine Rückkehr auf die Trainerbank schloss Rangnick zuletzt trotzdem nicht aus und gerade die Bayern würden ihn laut ‚Sport Bild‘ reizen.

Schon im Frühjahr soll es eine lose Kontaktaufnahme gegeben haben. Damals schob Uli Hoeneß einer Verpflichtung aber den Riegel vor. Der Präsident scheidet Ende November jedoch aus – Kovac verliert damit seinen größten Befürworter innerhalb des Klubs. Für Rummenigge wäre das die Chance, seinen eigenen Wunschtrainer zu installieren. Derzeit wäre das ganz offenbar Rangnick. Am liebsten wäre dem Boss aber sicherlich, wenn Kovac die derzeit kriselnden Bayern zurück in die Spur führt.