Die Kaderplanungen des FC Bayern München sind noch in vollem Gange. „Es ist die Pflicht des Vereins, dem Trainer einen Kader zur Verfügung zu stellen, in dem keine Unzufriedenheiten vorprogrammiert sind und wir haben – Stand jetzt – neun mehr oder weniger zentrale Mittelfeldspieler für wahrscheinlich nur drei Positionen“, erklärt Sportchef Hasan Salihamidzic der ‚Süddeutschen Zeitung‘.

Namentlich handelt es sich hierbei um Javi Martínez, Sebastian Rudy, Corentin Tolisso, Leon Goretzka, James Rodríguez, Thomas Müller, Arturo Vidal, Thiago und Renato Sanches. Vor allem die drei Letztgenannten zählen schon seit einiger Zeit zu den Streichkandidaten.

Sanches wird Kovacs Projekt

Überraschenderweise muss sich jedoch Sanches momentan am wenigsten Sorgen um einen vorzeitigen Abschied machen. Laut der ‚SZ‘ haben die Bayern zwar erneut Leihangebote aus der Premier League für den ehemaligen Zeitarbeiter von Swansea City vorliegen. Neutrainer Niko Kovac habe sich jedoch fest vorgenommen, den jungen Portugiesen persönlich wieder geradezubiegen.

Ein Abgang käme also wohl nur dann infrage, falls Kovac gegen Ende der Transferperiode seine Hoffnung aufgibt. Anders sieht die Lage bei Vidal aus. Der Chilene soll seine Berater bereits ausgesandt haben, um potenzielle neue Vereine zu finden. Die Münchner haben nichts dagegen, da man in diesem Sommer letztmalig eine adäquate Ablöse kassieren kann.

Bernat vor Abschied

Die Zukunft von Thiago ist ebenfalls unklar. „Wir planen natürlich mit ihm“, sagt Salihamidzic. Laut der ‚SZ‘ muss das jedoch nicht viel heißen. Zwar werde man sich an der Säbener Straße stärker gegen einen Abgang des Spaniers wehren, als es bei Vidal der Fall ist. Bei guten Angeboten anderer Vereine werde man dennoch über einen Verkauf nachdenken.

Auch abseits des zentralen Mittelfelds wird es wohl Veränderungen bei den Bayern geben. Linksverteidiger Juan Bernat ist so gut wie weg. „Eines ist ja klar: Juan hat sich in vier Jahren bei uns nicht richtig durchsetzen können. Ich denke, dass er das auch so wahrnimmt, und es wird in diesem Jahr nicht leichter für ihn“, wählt Salihamidzic eine der deutlichsten aller Manager-Floskeln.

Der „Stand heute“ bei Boateng

Auf Jérôme Boateng angesprochen schiebt er zudem das Fußball-Unwort des Jahres nach: „Stand heute ist, dass wir mit Jérôme in die Saison gehen. Aber Jérôme hat bekanntlich bestimmte Vorstellungen geäußert, und sollte es ein seriöses Angebot für ihn geben, werden wir uns das anhören.“ Tatsächlich hieß es zuletzt, dass Boateng, der von den Bayern selbst ins Schaufenster gerückt wurde, in München bleiben wolle. Salihamidzic entfacht die Gerüchteküche nun jedoch neu.