Von „zwei, drei Toplösungen“ sprach Frank Baumann am vergangenen Freitag während der Vorstellung von Florian Kohfeldt. Sie wären nach Ansicht des Bremer Sportdirektors in dieser Situation „eine bessere Lösung“ gewesen. Als ehrlich darf man Baumanns Worte getrost bezeichnen, naiv sind sie aber mindestens in dem gleichen Maße.

Ganz offensichtlich will sich Baumann die Möglichkeit nicht verbauen, im Januar eine andere Lösung zu präsentieren. Wie die ‚Sport Bild‘ berichtet, wandert der Blick zu diesem Zwecke nach Südfrankreich. Dort coacht Lucien Favre gerade den OGC Nizza und steht nach miserablem Saisonstart zunehmend unter Druck. Sollte er nach dem sensationellen dritten Platz der Vorsaison nicht die Kurve bekommen, könnte seine Amtszeit zeitnah ein Ende nehmen.

In dem Fall wäre es nicht unwahrscheinlich, wenn Baumann bei dem 60-jährigen Favre durchklingelt. Der Schweizer ist bekannt für sein klares spielerisches Konzept, hat sich bislang allerdings nicht als Krisenmanager profilieren können. Sowohl bei Hertha als auch in Gladbach schaffte er nicht den Turnaround, als seine Spielidee plötzlich nicht mehr griff. Ähnliches zeichnet sich momentan in Nizza ab.

PlausibelFT-Meinung: Baumann lässt sich sämtliche Türen offen. Das ist nur legitim – wenn man auch über die Art und Weise debattieren kann. Favre ist eine interessante Option, doch als Feuerwehrmann wäre er mit seinem hohen Anspruch an die Spieler womöglich nicht die richtige Wahl. Kohfeldt bleiben nun einige Wochen, um das Vertrauen zu rechtfertigen. Womöglich stellt sich dann die Frage nach einem Wechsel auf der Trainerposition gar nicht mehr.