Sollte die Bundesliga-Uhr im Sommer tatsächlich zum Stillstand kommen, wird das für den Hamburger SV gleichbedeutend mit einem Umbruch sein. Denn den hochbezahlten Kader können die Hanseaten aus wirtschaftlicher Sicht schlichtweg nicht mit in die zweite Liga nehmen.

Einen ungewollten Ausverkauf wird es allerdings nicht geben, stellt Vorstand Frank Wettsein klar: „Eine Großzahl unserer Akteure hat einen gültigen Zweitligavertrag. Und wir werden bestimmt nicht jeden wechselwilligen Profi ziehen lassen, der uns mit in diese Lage gebracht hat.“

Wer geht, wer bleibt?

Um zahlreiche Spieler ranken sich Wechselgerüchte. Sicher weg ist Dennis Diekmeier, dem der HSV kein zufriedenstellendes Vertragsangebot vorgelegt hat. Ähnliches gilt für Gotoku Sakai, der aber noch in der Überlegungsphase ist. Die Verträge der beiden Außenverteidiger laufen aus, hier sind die Hamburger ohnehin machtlos. In die gleiche Kategorie fallen Lewis Holtby, Aaron Hunt, Nicolai Müller und Sven Schipplock.

Anders liegt der Fall bei Filip Kostic und Co. Der Serbe ist noch bis 2021 gebunden und könnte eine zweistellige Ablöse einspielen. Etwas weniger lukrativ wären die Verkäufe von Julian Pollersbeck, Rick van Drongelen (an beiden ist Eintracht Frankfurt interessiert) und Christian Mathenia, der mit einem Wechsel nach England liebäugelt.

Am gefragtesten auf dem Transfermarkt ist momentan Eigengewächs und Ausnahmetalent Jann-Fiete Arp. Weil dessen Vertrag 2019 endet, wird dem HSV wohl keine andere Option als ein Verkauf bleiben.

FT-Meinung: Die große Frage lautet, bei welchem Spieler die Führungsetage ihr Veto einlegen möchte. Womöglich wäre ein reinigendes Gewitter wesentlich sinnvoller. Stattdessen deutet Wettstein an, unzufriedene Spieler gegen ihren Willen halten zu wollen. Das sollte aber nach menschlichem Ermessen nicht der Ansatz sein.