Zu Saisonbeginn konnte man fast die Uhr danach stellen. Von Spiel zu Spiel wurde die Aufstellung des FC Bayern durcheinandergewürfelt. Das Muster: Beinahe jeder Akteur durfte zwei Spiele in Folge machen und musste dann erstmal wieder auf die Bank. Der Erfolg gab Niko Kovac Recht, der Meister startete mit sieben Siegen in Folge.

Doch seit die Krise Einzug hielt, weht an der Säbener Straße ein anderer Wind. Präsident Uli Hoeneß hatte bereits Anfang Oktober bezüglich der starken Rotation gesagt, dass der Coach „am Ende den Kopf dafür hinhalten“ muss. Im Kampf um seinen Job vollzog Kovac schließlich eine 180-Grad-Wende.

Von der Regel zur Ausnahme

Schon gegen Werder Bremen (2:1) tauschte er im Vergleich zum Sieg gegen Benfica Lissabon (5:1) nur einmal. Arjen Robben musste verletzungsbedingt passen. Das ist nun das neue Muster, wie Kovac auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen den 1. FC Nürnberg (morgen, 15:30 Uhr) bestätigte. Rotation werde es fortan nur noch bei Ausfällen oder Erschöpfungen geben, dies habe man der Mannschaft so mitgeteilt.

Einige Stars wie Mats Hummels sind damit erstmal hinten dran. Doch „das ist das Geschäft“, sagt Kovac, „der Kader für morgen ist bekannt. Und die ersten Elf im Moment auch“. Künftig gilt es aber, die rekonvaleszenten Kingsley Coman und Thiago in die Stammelf zu integrieren. Man darf gespannt sein, welche Spieler dafür weichen müssen.

Kovac skeptisch bei Wintertransfers

Derweil wurde Kovac auch auf mögliche Transfers in der Winterpause angesprochen. Der Kroate reagierte skeptisch: „Wenn Sie als Bayern München einen Spieler im Winter haben wollen, werden Sie ihn nicht geschenkt bekommen. Der Markt ist nicht so groß, die Spieler umso teurer. Und wenn der FC Bayern kommt, geht der Preis ins Astronomische. Und deshalb werden wir uns damit begnügen, Transfers im Sommer zu machen.“

Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte kürzlich in der ‚Sport Bild‘ betont: „Wenn irgendetwas auf dem Markt ist und wir der Meinung sind, dass wir etwas tun müssen und da einer ist, der uns kurz- oder mittelfristig helfen kann, werden wir das tun.“ Prinzipiell wollen die Bayern aber im Sommer einen Großangriff starten. Das bestätigte die Vereinsspitze schon mehrfach. 200 Millionen Euro stehen dem Vernehmen nach für Transfers zur Verfügung.