RB Leipzig plant auch in der kommenden Saison fest mit Torjäger Timo Werner. Gegenüber der ‚Sport Bild‘ sagt Oliver Mintzlaff: „Es ist realistisch, Angeboten standzuhalten. Wir haben unsere Ziele und brauchen dafür Top-Spieler. Wir sind kein Verkaufsklub.“ Damit schlägt der Geschäftsführer in die selbe Kerbe wie Sportdirektor Ralf Rangnick, der zuletzt betont hatte, außer Naby Keita (geht nach Liverpool) im Sommer keinen Stammspieler abgeben zu wollen.

Werner könnte mit starken Leistungen bei der WM in Russland das Interesse von Klubs wie Real Madrid oder dem FC Barcelona intensivieren. Der deutsche Nationalstürmer gab aber zuletzt ein klares Bekenntnis zu RB ab und kündigte an, auch 2017/18 für die Sachsen spielen zu wollen. Anders ist die Lage dagegen bei Emil Forsberg. Der FC Bayern soll nun ebenso am Spielmacher dran sein wie der FC Arsenal und Juventus Turin. Im vergangenen Sommer war der AC Mailand bei RB abgeblitzt.

„Keine Sache von einer Stunde“

Am unklarsten ist aber mittlerweile die Zukunft von Ralph Hasenhüttl bei den Roten Bullen. Nachdem eine Vertragsverlängerung über 2019 hinaus lange nur als Formsache abgetan wurde, liegen die Verhandlungen nun schon seit Wochen auf Eis. Mintzlaff versucht zu beschwichtigen. „Es knirscht nicht bei uns. Rangnick und ich haben ein gutes Verhältnis zum Trainer“, so der 42-Jährige. Jedoch sei die Verlängerung „keine Sache von einer Stunde, da muss man natürlich über Details sprechen“.

Mintzlaff führt aus: „Der Trainer muss sich überlegen, wie seine Zukunft aussieht, ob die Philosophie des Vereins weiterhin zu ihm und seinen Vorstellungen passt, wie wir investieren und in welche Spieler. Dann müssen wir schauen, ob das deckungsgleich mit unserer Ausrichtung ist.“ Zuletzt hatte sich Hasenhüttl die Verpflichtung erfahrenerer Defensivkräfte gewünscht. RB will jedoch am Weg mit U24-Spielern festhalten.

Mintzlaff fordert Selbstreflektion

Aus Vereinssicht fährt Mintzlaff fort: „Wir rechnen Ralph die bisherigen Ergebnisse seiner mehr als eineinhalb Jahre bei uns hoch an. Er und sein Team haben die Mannschaft weiterentwickelt und einen richtig guten Job gemacht.“ Jedoch schränkt er ein: „Aber es gab auch Spiele, in denen wir unser Spiel und unsere DNA nicht so auf den Platz gebracht haben. Es muss erlaubt sein, dass wir Dinge immer wieder hinterfragen und einfordern, dass man aus solch negativen Erfahrungen lernt und sich weiterentwickel.“

FT-Meinung: In Mintzlaffs Worten schwingt die Enttäuschung über den derzeitigen sechsten Tabellenplatz deutlich mit. Offenbar ist man bei RB nicht mehr restlos überzeugt von Hasenhüttl, der seinerseits interessante Alternativen in München oder Dortmund in der Hinterhand haben könnte. Wäre bei RB alles perfekt, hätte man den Vertrag mit dem Österreicher längst verlängert. So bleibt Raum für Spekulationen.