Ralf Rangnick war mal wieder schneller als alle anderen. Als Europas Topklubs erstmals so richtig auf Dayot Upamecano aufmerksam wurden, hatte der Sportdirektor von RB Leipzig den Innenverteidiger bereits bei Schwesterklub RB Salzburg untergebracht. Nach einer blitzsauberen Halbrunde in Österreich zeigte Rangnick der Konkurrenz die lange Nase und holte das Abwehrtalent im vergangenen Winter in die Bundesliga. Ein typischer Leipzig-Transfer.

Für den Zehn-Millionen-Mann erhielt der Fußball-Professor viel Lob und Anerkennung. Upamecano unterschrieb einen Vertrag bis 2021, samt utopisch anmutender Ausstiegsklausel in Höhe von 100 Millionen Euro. Nach wackeligen Auftritten zu Beginn und einigen Lehrgeld-Zahlungen stabilisierte sich der 19-Jährige zusehends. Mehr noch: Mittlerweile beweist er im Drei-Tages-Rhythmus in Bundesliga und Champions League, dass er das Potenzial mitbringt, einer der besten Innenverteidiger Europas zu werden.

Schneller als Auba

Gardemaß besitzt Upamecano ohnehin. Der breit gebaute 1,85-Meter-Mann geht als echte Kante durch und bringt darüber hinaus noch eine enorme Grundschnelligkeit mit – eine Qualität, die bereits Pierre-Emerick Aubameyang im Sprintduell alt aussehen ließ. Am Spielaufbau kann der Franzose dagegen noch feilen – die entsprechende Ausbildung hat er aber absolviert. In Salzburg kam er häufig als Sechser zum Einsatz. Das technische Vermögen besitzt er allemal. Optimale Voraussetzungen also für die harte englische Premier League, möchte man meinen.

Manchester United ließ Upamecano schon mehrfach beobachten, José Mourinho gilt als großer Fan des Rechtsfußes. Auch Liverpool, Chelsea, der AC Mailand, Real Madrid und Manchester City wurden schon mit dem U19-Nationalspieler in Verbindung gebracht. Am hartnäckigsten scheint aber derzeit das Interesse des FC Barcelona, das nach Nachfolgern für die Ü30-Verteidiger Gerard Piqué, Javier Mascherano und Thomas Vermaelen Ausschau hält.

Wettbieten in Aussicht?

Entwickelt sich also im kommenden Sommer ein Wettbieten um Upamecano? Auszuschließen ist das mitnichten. Die einst utopisch erscheinende Ausstiegsklausel über 100 Millionen Euro klingt nach dem verrückten Transfersommer 2017 nicht mehr ganz so weltfremd. Wer weiß, was passiert, wenn Europas Schwergewichte tatsächlich ins direkte Duell gehen? Leipzig würde im Fall der Fälle zwar einen Top-Innenverteidiger verlieren – mit der eingenommenen Summe wäre das Problem des Financial Fairplay aber auf einen Schlag ein viel kleineres. Bis dahin pflügt Upamecano aber noch weiterhin munter durch die Sturmreihen der Bundesliga.