Technisch, taktisch, mental und von der Bereitschaft her – unsere Leistung war ein einziges Defizit.“ Thomas Tuchels Generalkritik an seiner Mannschaft nach der Pleite gegen Eintracht Frankfurt (1:2) schlug hohe Wellen – und könnte sich als Bumerang entpuppen. Denn wie die ‚Bild‘ berichtet, werden die Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung unter Umständen aufgeschoben.

2018 endet der Kontrakt des Übungsleiters. Eigentlich war die erste Verhandlungsrunde für die anstehende Winterpause vorgesehen, eine Einigung sollte bis zum Frühjahr erzielt werden. Laut der Boulevardzeitung sind wegen Tuchels Auftreten bereits „größere Irritationen“ aus dem BVB-Lager zu vernehmen. Das Zwischenmenschliche – das große Plus von Vorgänger Jürgen Klopp – werde angezweifelt.

Von den Trainerfähigkeiten des 43-Jährigen ist man in Dortmund aber trotz Tabellenplatz sieben nach wie vor überzeugt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bekräftigt: „Vorm letzten Vertragsjahr werden wir sicher Gespräche führen.“ Auch auf der Vereinshomepage der Schwarz-Gelben bezieht Watzke Stellung. „Wem, wenn nicht Thomas Tuchel, soll es zustehen, die Leistung und die Herangehensweise der Spieler zu kritisieren?“, nimmt der BVB-Boss Tuchel in Schutz.

Dass er und Sportdirektor Michael Zorc dem Übungsleiter nach der Frankfurt-Niederlage nicht zur Seite sprangen, will der 57-Jährige nicht überbewerten: „Es ist nicht unsere Aufgabe, die Kritik des Trainers in der Öffentlichkeit zu kommentieren. Thomas soll seine eigenen Akzente setzen.“ Tuchels Zukunft bei der Borussia ist vorerst nicht gefährdet. Dennoch wird der Ex-Mainzer nach seinem Rundumschlag wohl künftig noch genauer beäugt und auch belauscht werden.