Erst Anfang Dezember leistete Sportvorstand Andreas Bornemann einen Treueschwur. „Er bleibt unser Trainer“, sprach der 47-Jährige seinem Trainer Michael Köllner das Vertrauen selbst für den Abstiegsfall aus, „das schließt für mich ein, mit ihm auch in die 2. Liga zu gehen. Wir sind in den nächsten Jahren darauf angewiesen, Spieler weiterzuentwickeln. Und darin ist er hervorragend. Michael hat es geschafft, eine homogene Mannschaft zu formen und ihr eine Idee mitzugeben.“

Diese Idee lässt bisher allerdings kaum Punkte springen. Seit dem sechsten Spieltag wartet der 1. FC Nürnberg auf einen Dreier in der Liga. Neun der vergangenen elf Partien gingen verloren. Am Wochenende verlor der Club gegen Mitkonkurrent Hannover 96 (0:2) wichtige Zähler im Abstiegskampf. Die trockene Zwischenbilanz nach 21 Spieltagen: Platz 18 und magere zwölf Punkte. Hoffnung auf den Klassenerhalt besteht nur, weil auch Hannover und Stuttgart seit Wochen schwächeln.

Entscheidung in Kürze

Dennoch will man im Frankenland nun womöglich die Reißleine ziehen. „Köllner kurz vorm Rauswurf“, titelt die ‚Bild‘ am heutigen Montag. Bis in die tiefen Abendstunden habe gestern eine Sitzung des Aufsichtsrats stattgefunden. Sportvorstand Bornemann habe „sich viele kritische Fragen aus dem Kontrollgremium gefallen lassen“ müssen.

Diskussionspunkt sei neben der schlechten Außendarstellung vor allem die bedingungslose Bornemann-Treue zu Köllner gewesen. Teile des Aufsichtsrats fordern demnach eine sofortige Entlassung des Cheftrainers, die Befugnis dazu hat aber nicht der Aufsichtsrat, sondern Bornemann.

Wir befinden uns in einem laufenden Prozess, die Drähte laufen heiß, aber ich werde jetzt sicher keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, äußert sich der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Grethlein. Laut ‚Bild‘ soll die Entscheidung über Köllners Zukunft spätestens am morgigen Dienstag fallen.