Die Posse um die Sportdirektor-Suche des Hamburger SV könnte in absehbarer Zeit tatsächlich ein Ende finden. Hoffnung darauf macht – aus Hamburger Sicht – der Karlsruher SC, der am gestrigen Donnerstag die sofortige Trennung von Sportdirektor Jens Todt bekanntgab. Ausschlaggebend dafür sei, dass Todt eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags im Wildpark bereits ablehnt – so die offizielle Begründung der Badener.

Nach Informationen des ‚kicker‘ bringt die Entlassung den Dino wieder zurück ins Spiel. Schon zuvor habe es Pläne gegeben, Todt als Sportdirektor an der Elbe zu installieren. Vor 2017 aber schien dies keine Option. Jetzt aber wird der 46-Jährige dem Fachblatt zufolge zum heißesten Kandidaten beim HSV. Zumindest sofern der „angeschlagene HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer“ vom Verein die Befugnis erhält, seine bisher erfolglose, fast peinliche Suche fortsetzen zu dürfen.

Seit Mai übt Beiersdorfer den Job des Vorstandsvorsitzenden und des Sportdirektors ins Personalunion aus, was ihn etwas zu überfordern scheint. Daher soll dringend Entlastung kommen. Das Problem des 53-Jährigen: Alle Wunschkandidaten gaben dem krisengeschüttelten Klub bisher einen Korb – oder deren Arbeitgeber. Wie der VfL Bochum bei Christian Hochstätter. Georg Heitz vom FC Basel und Nico-Jan Hoogma von Heracles Almelo wollten sich den Bundesligisten nicht antun. Nun aber könnte die wenig ruhmreiche Suche doch noch ein versöhnliches Ende nehmen.

FT-Meinung: Dass der KSC sich ausgerechnet jetzt – aus oben genannten Gründen – von Todt trennt, kann Zufall sein. Oder aber auch von Todt und dem HSV pedantisch vorbereitet. In jedem Fall scheint der 46-Jährige ein geeigneter Kandidat, übernahm den KSC 2013 und führte ihn beinahe zum Aufstieg 2015. Einzig die Hanseaten standen ihm damals im Weg.