In rund einem Jahr läuft Pep Guardiolas Vertrag beim FC Bayern aus. Bis auf die Champions League hat der Spanier bereits alles mit den Münchnern gewonnen. Die europäische Krone will sich der ehrgeizige Erfolgscoach möglichst im Sommer aufsetzen. Es wäre der insgesamt dritte Titel in der Königsklasse für Guardiola als Trainer. Ob der 44-Jährige im Anschluss beim Rekordmeister verlängert, steht in den Sternen.

Der FC Bayern wird Pep Guardiola nie entlassen. Das gebe ich Ihnen heute schriftlich“, gab Karl-Heinz Rummenigge schon im vergangenen Sommer zu Protokoll. „Wir haben ein Super-Verhältnis, sind ganz eng. Wir werden alles tun, dass er bei uns bleibt. Er hat einen unglaublich hohen Wert für uns. Aber er hat noch anderthalb Jahre Vertrag. Das sind Lichtjahre für ihn. Und er ist kein Mensch, der Wert auf langfristige Sicherheit legt oder darauf, seinen Vertrag aufzubessern“, verriet der Bayern-Boss dann kurz vor Weihnachten.

Und die Bayern wären nicht die Bayern, würden sie sich nicht auf alle Eventualitäten vorbereiten. Intern hat die Suche nach einem Trainer, der in Guardiolas Fußstapfen treten kann, längst begonnen. Der deutsche Journalist Raphael Honigstein nennt in der englischen Tageszeitung ‚The Guardian‘ das Kind beim Namen.

Favre als Guardiola-Erbe?

Demnach ist Lucien Favre ein möglicher Nachfolger. Der Schweizer ist ein akribischer und verbissener Taktikfuchs, der sich stets bis ins kleinste Detail auf die Gegner vorbereitet. Nicht zuletzt aufgrund dieser Vorarbeit war es Borussia Mönchengladbach am vergangenen Wochenende möglich, in der Allianz Arena 2:0 zu gewinnen. Auch wenn Manuel Neuer mit seinem Patzer die Tür für die ‚Fohlen‘ öffnete, war die defensive Grundordnung der Borussia herausragend.

Mit seiner Arbeit am Niederrhein hat sich Favre weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen gemacht. Der 57-Jährige übernahm die Borussia 2011 als Abstiegskandidat, sicherte in der Relegation den Klassenerhalt und führte das Team ein Jahr später in die Europa League. Heute zählt Gladbach zu den Topadressen im deutschen Fußball.

Noch gibt es an der Säbener Straße keinen Handlungsbedarf. Bis zum Ende der kommenden Saison wird sich am Beziehungstatus des Liebespärchens Guardiola/Bayern nichts ändern. Sollte der Spanier aber nicht verlängern, wird spätestens Anfang 2016 die Suche nach dem Nachfolger beginnen – und der ehrgeizige Favre wird eventuell die Chance bekommen, eines der besten Teams der Welt noch besser zu machen.