Am Ende des Tages ist Fußball aber Leistungssport und wir müssen uns die Frage stellen: Ist die Zukunft Franck Ribéry oder brauchen wir einen Neuen?“ Karl-Heinz Rummenigges Worte ließen Ribérys Chancen auf einen neuen Vertrag beim FC Bayern zuletzt deutlich schrumpfen.

Nach elf Jahren im Verein könnte im Sommer Schluss sein für den 34-Jährigen. Sein Pendant Arjen Robben hat dagegen gute Chancen auf einen neuen Kontrakt. Nachfolgekandidaten für Ribéry geisterten schon einige durch die Gazetten. FT verschafft einen Überblick und wägt Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen ab.

Serge Gnabry: Da der 22-Jährige bereits bei den Bayern unter Vertrag steht, ist er die naheliegendste aller Lösungen. Problem jedoch: Sein Leihjahr bei der TSG Hoffenheim begann aufgrund einiger Verletzungen schleppend. So richtig für einen Münchener Kaderplatz empfehlen konnte Gnabry sich noch nicht. Als lupenreiner Ribéry-Nachfolger kommt er wohl nur in Frage, wenn er künftig viele überzeugende Auftritte im Kraichgau hinlegt.

Julian Brandt: Seit einer gefühlten Ewigkeit wird der Leverkusener mit den Bayern in Verbindung gebracht. Besonders interessant macht den 13-maligen Nationalspieler seine überschaubare Ausstiegsklausel. Für 12,5 Millionen Euro darf Brandt die Werkself im Sommer verlassen. Ob er neben seiner technischen Finesse aber das nötige Tempo und den gewissen Schuss Genialität mitbringt, den es in München braucht, ist fraglich.

Julian Draxler: Der Nationalspieler gab jüngst ein Treuebekenntnis für Paris St. Germain ab. „Ich liebäugle nicht damit, den Verein im Winter oder Sommer zu verlassen“, sagte der 24-Jährige. Dennoch: PSG ist zu lukrativen Spielerverkäufen gezwungen, um die Regeln des Financial Fairplay einzuhalten. Draxler könnte eine nette Summe einspielen. Von den drei deutschen Kandidaten ist der Ex-Schalker in seiner Entwicklung am weitesten. Verbessern kann er sich freilich auch noch. Dass Bayern ihn im Auge hat, ist bekannt. Verriegelt ist die Tür noch nicht.

Internationale Lösung: Jupp Heynckes nimmt kein Blatt vor dem Mund. „Du musst als Klub wie der FC Bayern auch bereit sein, mal einen Knaller zu verpflichten, der viel kostet“, erklärt der Coach gegenüber der ‚Welt‘. Auch Rummenigge schlug zuletzt in diese Kerbe. Uli Hoeneß sähe dagegen lieber junge deutsche Spieler beim FCB. Inwieweit ein Transfer der Marke Alexis Sánchez realisierbar wäre, ohne das Gehaltsgefüge zu sprengen, ist jedoch fraglich.