Unter David Wagner ist Schalke 04 anständig in die neue Saison gestartet. Vier Punkte stehen nach drei Spieltagen zu Buche, einzig gegen den FC Bayern verlor man unglücklich mit 0:3. Die Partie gegen die Münchner ist jedoch nicht das Einzige, das bei den Königsblauen zuletzt schieflief.

Ein neuer Stürmer ist nicht da, der Aussortierte Nabil Bentaleb hingegen schon. Und mit Alexander Nübel könnte ausgerechnet der neue Kapitän im nächsten Jahr ablösefrei gehen. Gegenüber der ‚Sport Bild‘ steht Wagner Rede und Antwort.

Kein neuer Stürmer benötigt

Dass die Schalker Stürmersuche gescheitert ist, lässt den Neu-Trainer kalt: „Ich bin hier nicht bei ‚Wünsch dir was‘. Wir haben uns Gedanken gemacht, was sinnvoll ist und nicht. Am Ende haben wir uns entschieden, nichts mehr zu tun. Wir haben drei Stürmer, unter denen ich keine Hierarchie festlegen möchte. Guido Burgstaller ist das größte Mentalitätsmonster auf diesem Planeten, das ist Wahnsinn und macht riesig Freude.“

Den bisherigen Joker Ahmend Kutucu nennt Wagner „eines der größten Talente im deutschen Fußball in seiner Altersklasse, um den uns ganz viele Vereine beneiden.“ Und auch Mark Uth bekommt sein Lob. „Er ist ein Jahr hier und konnte noch nicht richtig zeigen, wie gut er ist. Dabei ist er heiß wie Frittenfett. Von meiner Fernwahrnehmung dachte ich immer, er ist ein feiner Fußballer – aber er malocht auch“, so der 47-Jährige, der resümiert: „Dementsprechend bin ich mit der Auswahl, die ich hier vorfinde, absolut einverstanden.

Zum Thema Nabil Bentaleb äußert Wagner deutlich reservierter. „Als ich kam, war er verletzt. Jetzt ist er ebenfalls verletzt. Ich wende keine Energie für etwas auf, was aktuell kein Thema ist“, so der Trainer auf die Frage, ob Bentaleb unter ihm noch eine Chance habe. Der Algerier stand vor dem Wechsel zu Werder Bremen. Der Transfer scheiterte jedoch auf der Zielgerade an der Verletzung des Linksfußes.

Hoffnung bei Nübel

Kopfzerbrechen bereitet den Schalkern zudem Alexander Nübel. Der Vertrag des Torhüters läuft 2020 aus. Eine Verlängerung ist bisher nicht in Sicht. Dennoch machte Wagner den 22-Jährigen zum Kapitän. Seine Erklärung: „Er ist sportlich unantastbar, ein cleverer Kerl, lang genug auf Schalke, um den Verein zu kennen und zu verstehen. Alex hat eine hohe Sozialkompetenz und ist in der Mannschaft anerkannt.“

Die Hoffnung, dass Nübel über den kommenden Sommer hinaus auf Schalke bleibt, hat Wagner noch nicht aufgegeben: „Alex weiß, was für Schalke spricht – sonst wäre er nicht in Gesprächen mit dem Verein. Er ist lang genug dabei, um zu wissen, was dieser Verein bedeutet, welche Ausstrahlung er hat, was für Gegebenheiten er hier hat, was für ein Standing und welche Anerkennung er hier genießt.“

Eine Frist existiert nicht: „Wenn er erst im Mai verlängert, wäre das für mich als Trainer auch in Ordnung.“ Auch in puncto persönlicher Zielsetzung bewahrt Wagner Geduld. Er habe die Vision, „Schalke wieder ins internationale Geschäft zurückzuführen. Aber dafür bedarf es Zeit.“ Ob er diese bekommt, wird davon abhängen, ob er den anständigen Saisonstart langfristig bestätigen kann.