Der FC Schalke 04 steht nach dem Pokalsieg am Samstag Abend vor einem bedeutsamen Umbruch zur neuen Saison. Die Gelsenkirchener sperren sich zwar weiter gegen einen Verkauf von Nationaltorwart Manuel Neuer in der Sommerpause, doch ein Verkauf an den FC Bayern München für zunächst 18 Millionen Euro ist aus wirtschaftlicher Sicht nicht zu vermeiden.

Das für das Sportliche zuständige Gespann aus Manager Horst Heldt und Trainer Ralf Rangnick muss die Personalkosten, die unter Ex-Coach Felix Magath auf mehr als 78 Millionen Euro explodiert sind, deutlich reduzieren. Trotz eines sportlichen Rekordjahres mit dem Pokalgewinn und dem Einzug ins Halbfinale der Champions League muss gespart werden. Der aufgeblähte Kader soll dazu abgespeckt und optimiert werden. Zudem ist vom Ziel Magaths, Schalke 04 bis 2013 zum Meister geführt zu haben, Abstand genommen worden.

Wir müssen uns von Zeitplänen verabschieden, die auf den Titelgewinn ausgerichtet sind“, erklärt Heldt in der ‚Welt am Sonntag‘. Vielmehr sei es wichtig, Schulden abzutragen und den Verein auf wirtschaftlich solide Beine zu stellen. Da passt es gut, dass der Deal mit Großsponsor ‚Gazprom‘ bis 2017 verlängert wurde.

Im Spielerkader verfügen die meisten Akteure über Verträge über das Saisonende hinaus. Leihgeschäfte könnten eine Ausdünnung des Spielermaterials herbeiführen. Den Anfang soll Mittelfeldspieler Vasileos Pliatsikas mit einem Wechsel zum MSV Duisburg machen. Ali Karimi und Angelos Charisteas verlassen den Verein nach nur wenigen Monaten ablösefrei. Von den Verkäufen ist abhängig, wieviele neue Akteure zur bevorstehenden Spielzeit verpflichtet werden können.

Die Rolle des Anführers ist nach Neuers Abgang Abwehrspieler Benedikt Höwedes zugedacht. Weitere Häuptlinge sollen kommen. Eine neue Struktur aber muss sich erst herauskristallisieren in den nächsten Monaten unter Coach Rangnick, der eine völlig andere Spielphilosophie verfolgt als Vorgänger Magath.