Die Mainzer Trainerkette beim BVB bleibt wohl zumindest mittelfristig vergleichbar mit der Bücherkette des DFB – also zweigliedrig. „Bei der Nationalmannschaft gibt es jedenfalls eine Bücherkette. Die beginnt bei Oliver Bierhoff, geht dann zu mir – und reißt da ab“, verriet Per Mertesacker einst im Vorfeld der WM 2014.

Bei Borussia Dortmund beginnt die Mainzer Trainerkette derweil bei Jürgen Klopp, ging dann zu Thomas Tuchel – und reißt da ab. Womöglich. Scherzhaft wurde Martin Schmidt, aktueller Coach am Bruchweg, ehemals prophezeit, auch eines Tages in die Fußstapfen seines Vorgängers beim BVB zu treten.

Bayer kontaktiert Schmidt II

Darauf aber deutet derzeit nichts hin. Gefragt ist Schmidt dennoch, auch außerhalb von Mainz – in Leverkusen. Und das liegt nicht an seinem Nachnamen. Nach ‚kicker‘-Informationen hat Bayer Leverkusen Martin Schmidt als möglichen Nachfolger von Namensvetter Roger ins Auge gefasst.

Dem Fachmagazin zufolge hat der Werksklub den 49-jährigen Schweizer kontaktiert, um dessen mögliches Engagement für Bayer auszuloten. Daraus ist abzuleiten, dass Bayer-Trainer Roger Schmidt trotz mehrfacher Dementis des Vereins auch intern zur Disposition steht – nicht nur medial.

Zwar konnte die Werkself den Kopf ihres Übungsleiters gegen Eintracht Frankfurt (3:0) noch einmal aus der Schlinge ziehen, dennoch bereitet man in Leverkusen einen Gegenentwurf zu Schmidt vor: und der heißt offenbar ebenfalls Schmidt.

Bei den Rheinhessen läuft der Kontrakt des ehemaligen Mechanikers noch bis 2018, eine Ablöse wäre also fällig. Mainz-Manager Rouven Schröder werde seinen Coach keinesfalls kampflos abgeben, hätte im Zweifel aber schon eine Alternative parat: Sandro Schwarz, der seit 2013 hervorragende Arbeit zunächst in der U19, aktuell in der Reserve der Mainzer leistet und bereit für den nächsten Schritt sein soll.

Avancen verdient

Im Februar 2015 hatte er sein Amt in Mainz und die Nachfolge von Kasper Hjulmand angetreten. Zunächst rettete der Schweizer die 05er vor dem Abstieg, anschließend führte er sie nach Europa – mit einem 25-Millionen-Kader. Nicht mit 80 oder 100 Millionen, wie etwa der VfL Wolfsburg. Die Avancen hat sich Schmidt also redlich verdient.

PlausibelFT-Meinung: In Leverkusen ist man ob der Situation sehr enttäuscht. Viel Geld investierte Bayer im Sommer in punktuelle Verstärkungen, die Leistungsträger konnten gehalten werden. Dennoch läuft man der Musik meilenweit hinterher. Maximal bis Saisonende wird die Werkself den Weg wohl noch mit Roger Schmidt gehen – unter dessen Führung sich das Team nicht mehr weiterentwickelt. Dass er durch seinen gleichaltrigen Namensvetter ersetzt wird: durchaus denkbar.