Vor einem Jahr führte Borussia Dortmund ebenfalls die Bundesliga-Tabelle an und hatte nach sieben Spieltag sogar schon zwei Zähler mehr gesammelt. In dieser Saison ist es aber vor allem die Spielweise, die nicht nur die Südtribüne begeistert. Der BVB wirkt unter Lucien Favre deutlich gefestigter und souveräner. Auch Sebastian Kehl sei Dank.

Wie die ‚Sport Bild‘ berichtet, hat der Leiter der Lizenzspielerabteilung die Strukturen im Hintergrund umgekrempelt, um eine bessere Integration der Spieler zu garantieren. Zentraler Punkt ist dabei ein nachhaltiges Sprachlernkonzept, das Kehl implementiert hat.

Zu den Regeln, die wir jetzt neu aufgestellt haben, zählt auch das kontinuierliche Erlernen der deutschen Sprache. In Einzelgesprächen geht Lucien Favre zwar punktuell auch mal ins Französische oder Englische über, aber seine Ansprachen an den Kader werden generell auf Deutsch gehalten. Wir haben selbstverständlich großes Interesse daran, dass alle relevanten Informationen bei jedem einzelnen Spieler ankommen. Obendrein sind wir daran interessiert, dass sich unsere Profs schnell in der Gruppe, aber vor allem auch in ihrer neuen Umgebung zu Hause fühlen – sich integrieren. Kommunikation ist hier ein ganz entscheidender Faktor“, führt Kehl aus.

Mehr Mannschaftsgeist

Die Sprache ist aber nur ein Baustein. Am Trainingsgelände gehören die regelmäßigen Verspätungen der BVB-Stars der Vergangenheit an. Darüber hinaus sollen verpflichtende Mittagessen das Gemeinschaftsgefühl stärken. Komplettiert werden die neuen Strukturen durch eine klare Hierarchie. „Marco (Reus, Anm. d. Red. ist hier der Boss“, erklärt Neuzugang Axel Witsel, der vom Start weg eine Führungsposition eingenommen hat.

Die Veränderungen haben dem BVB die Mentalität zurückgegeben, die das Team seit jeher ausgezeichnet hatte. „Unsere Fans spüren, dass die Mannschaft ehrliche Arbeit abliefert und jedes Mal ans Limit geht. Sie steckt nie auf, kommt auch nach Rückständen zurück. Beim BVB war es immer so: Wenn die Fans das Gefühl haben, dass die Mannschaft alles gibt, sind sie sofort da“, ist sich Sportdirektor Michael Zorc sicher.