Schon bei Bayer Leverkusen (2009 bis 2011) und während seiner dritten Amtszeit beim FC Bayern (2011 bis 2013) hatte Jupp Heynckes mit Peter Hermann einen ausgewiesenen Experten als Co-Trainer an seiner Seite. Bevor Heynckes nun zum vierten Mal „Ja“ zu den Bayern sagte, war es seine Bedingung, dass er auch diesmal mit dem ausgebildeten Fußballlehrer zusammenarbeiten darf.

Dass Hermann als Assistent von Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag stand, sollte sich nicht als Problem erweisen. Kurzerhand überwies der deutsche Branchenprimus 1,75 Millionen Euro Ablöse in die nordrheinwestfälische Landeshauptstadt – wohlgemerkt für einen 65-Jährigen, der ebenso wie sein Chef nur einen Vertrag bis Saisonende erhielt.

„Hermann ist der Beste“

Laut Ex-Bayern-Stürmer Ivica Olic, der in der Spielzeit 2011/12 unter Heynckes und Hermann spielte, hat der FCB diese Summe blendend investiert. So plaudert der Kroate im Gespräch mit der ‚Sport Bild‘ munter drauf los: „Heynckes ist ein super Trainer, für den Peter Hermann von elementarer Bedeutung ist. Ich habe in meiner Karriere viele Co-Trainer gehabt, aber Hermann ist der beste, daran besteht kein Zweifel.“

Olic schwärmt: „Er gestaltet das Training kreativ, hat für jeden ein offenes Ohr – und wenn du willst, schlägt er dir nach jeder Einheit noch 30 Minuten Flanken auf den Fuß. Das ist unglaublich.“ Insbesondere für Heynckes sei Hermann nicht zu ersetzen: „Er ist für ihn unglaublich wichtig. Jupp ist der Moderator, der sich um die Stimmung kümmert und gut mit Kalle und Uli kann. Peter ist der Trainer für die tägliche Arbeit.“

Zeit für Einzelgespräche

Bereits in Heynckes‘ ersten Trainingseinheiten konnte man Olic‘ Schilderungen beobachten. Während Hermann die Leitung der Übungen übernahm, kümmerte sich der Chefcoach eher um Einzelgespräche. Zum Beispiel unterhielt er sich lange mit Torhüter Sven Ulreich oder flachste mit Arturo Vidal, den er ebenso wie Hermann zu Leverkusener Zeiten kennenlernte.

Fakt ist: Ohne Hermann hätte Heynckes den Job beim FC Bayern nicht zum vierten Mal angetreten. Mit dem Trainingsguru an seiner Seite fühlt sich der 72-Jährige aber offenbar für die große Aufgabe gewappnet. Insofern darf man wohl davon sprechen, dass sein Co-Trainer für Heynckes der wichtigste Mann im Verein ist. Das bestätigen auch die interessanten Einblicke, die Olic gewährt.