Vor einigen Jahren galt es bei Werder Bremen als festes Gesetz, dass die Hanseaten keinen Spieler verpflichten würden, an dem sie nicht einhundert Prozent der Transferrechte hätten. Die Verantwortlichen trafen diese Aussagen allerdings in einer Zeit, in der die Millionen aus der Champions League sprudelten.

Nachdem die Gelder aus der ‚Königsklasse‘ derzeit nur noch eine schöne Erinnerung für Werder sind, scheint man an der Weser das alte Prinzip aufgegeben zu haben, um den sehnsüchtig erwarteten Transfer von Aleksandar Ignjovski von OFK Belgrad ermöglichen zu können. Schon kurz vor dessen Verpflichtung hieß es, ein Konsortium habe geholfen, den Wechsel zu ermöglichen. So habe Bremen nur 500.000 Euro zahlen müssen. Dafür wären jedoch die Transferrechte an dem Spieler bei den Privatinvestoren geblieben, die Ignjovski bei Werder ins Schaufenster stellen wollten.

Diese Annahmen kollidieren allerdings mit der Aussage von Allofs in der Syker ‚Kreiszeitung‘, der defensive Mittelfeldspieler sei „eine Investition in die Zukunft.“ Denn das Ziel privater Investoren lautet gemeinhin, dass die Spieler im Schaufenster starke Leistungen zeigen, um dann mit Gewinn weiterverkauft zu werden, und nicht, einen Profi auf langfristiger Basis bei einem Klub reifen zu lassen.

Dass die Finanzierung des Ignjovski-Transfers jedoch nicht auf herkömmliche Weise geschehen ist, muss auch Allofs einräumen: „Es wurde zu viel über einen Investor spekuliert. Wir werden die Inhalte des Vertrags nicht offen legen. Aber dass wir kreativ sein mussten, um unseren Etat nicht zu belasten, ist doch ganz klar.“ Die Transferrechte scheinen zumindest nicht vollständig bei den Hanseaten zu liegen. „Dazu will ich nichts sagen“, kommentiert der Bremer Geschäftsführer die entsprechende Frage.

Auch der Spieler selbst würde es bevorzugen, zu dem Thema nichts sagen zu müssen: „Ich bin jetzt Spieler von Werder – das ist das Einzige, was ich weiß. Bremen ist ein Top-Verein, ein Traditionsverein. Es ist ein großer Schritt in meiner Karriere.“ Werder habe auf seinem Wunschzettel immer ganz oben gestanden, versichert der ehemalige ‚Löwe‘, der einen Drei-Jahres-Vertrag an der Weser unterzeichnet hat. Doch eins ist klar: Je stärker der Serbe aufspielt, desto brennender wird die Frage nach den Besitzverhältnissen werden. Dies will die Logik des Geschäfts.