Hinter Innocent Emeghara liegt ein turbulentes Jahr. Nachdem der Vertrag des Schweizers beim italienischen Verein AC Siena im vergangenen Sommer aufgelöst wurde, fand er zunächst keinen neuen Klub. Zwar soll der SC Freiburg heftig um den Stürmer gebuhlt haben, zu einem Engagement ist es schlussendlich jedoch nicht gekommen. Im Oktober heuerte der gebürtige Nigerianer schließlich beim aserbaidschanischen Verein Qarabag Adgdam an. Doch auch dort wurde Emeghara nicht richtig glücklich. Trotz fünf Toren in acht Spielen wurde der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen zu Beginn dieses Jahres aufgelöst.

Probetraining beim HSV ein „großes Missverständnis“

Anschließend fuhr der pfeilschnelle Mittelstürmer mit dem Hamburger SV nach Dubai, um sich dort in einem Probetraining für einen Vertrag zu empfehlen. Am Ende konnte Emeghara die Verantwortlichen bei den Hanseaten jedoch nicht von seinen sportlichen Qualitäten überzeugen. „Es ist zu spüren, dass er zuletzt nicht auf dem Niveau trainiert hat. Das wäre nicht seriös, wir haben ihn jetzt in 25 Trainingseinheiten gesehen“, nahm Sportchef Peter Knäbel damals Abstand von einer Verpflichtung.

Nun hat sich Emeghara erstmals zu seiner kurzen Zeit bei den Norddeutschen geäußert. In einem Interview mit dem Schweizer Fußballverband bezeichnet der 25-Jährige sein Gastspiel als „großes Missverständnis“ und bezichtigt die HSV-Chefetage der Unehrlichkeit. „Erst nach meiner Ankunft in Dubai habe ich von einem Probetraining erfahren. Hätte ich das früher gewusst, wäre ich gar nicht erschienen. Wenn ein Klub von meinem Qualitäten nicht überzeugt ist, dann wird sich dies auch nach einem Probetraining nicht ändern“, kann Emeghara seine Enttäuschung nicht verbergen.

Der Schweizer unterstellt den Verantwortlichen, dass sie ihn nicht direkt verpflichten wollten, weil sie eine negative Berichterstattung seitens der Presse befürchteten. Stattdessen sollte zuerst noch ein großer Namen unter Vertrag genommen werden. Tatsächlich suchte der HSV damals den Markt intensiv nach Stürmern ab, um der lahmenden Offensive auf die Sprünge zu helfen. Seinerzeit kursierten mit Paul-José Mpoku, Josip Drmic und Mohamed Salah schillernde Namen rund um das Volksparkstadion. Das Rennen machte aber letztendlich ein alter Bekannter: Publikumsliebling Ivica Olic kam nach fünfeinhalb Jahren zurück an alte Wirkungsstätte.

Wechsel in die MLS

Wenige Tage, nachdem Emaghara beim HSV durchgefallen war, fand der Schweizer dann doch noch sein sportlichen Glück. Die San José Earthquakes verkündeten, dass der Rechtsfuß demnächst in der Major League Soccer auf Torejagd gehen wird. Wenigstens in Kalifornien weiß man die sportlichen Qualitäten des Stürmers zu schätzen.