
Spätestens seit dem Bosman-Urteil schrillen in der Bundesliga die Alarmglocken, wenn bestimmte Verträge auslaufen. Auch nach der laufenden Saison sind einige Topspieler nach aktuellem Stand ablösefrei. FussballTransfers gibt einen Überblick über die Bemühungen und Planungen der Vereine.
Heute: Hannover 96
Bei den ‚Roten‘ bereiten die Verantwortlichen um Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Mirko Slomka den Profikader auf die kommenden Jahre vor. Die beiden Funktionäre wollen Nachhaltigkeit in den Verein bringen und dazu auslaufende Verträge mit Leistungsträgern verlängern. Zwei Stammspieler, die sich im Sommer einen neuen Verein hätten suchen müssen, haben dies schon während der laufenden Spielzeit getan: Manuel Schmiedebach, von Borussia Dortmund umworben, setzte seinen Namen unter ein bis 2016 laufendes Arbeitspapier. Jan Schlaudraff sicherte seinen Verbleib bis 2015 bereits im Dezember ab.
Bleiben noch vier Spieler, die die Hannoveraner im Juni ziehen lassen müssten. Darunter befindet sich auch Teamkapitän Steven Cherundolo, doch der US-amerikanische Nationalspieler wähnt sich in einer komfortablen Situation: Sein Vertrag wird bei 20 Pflichtspielen automatisch um ein weiteres Jahr ausgedehnt, diese Marke könnte er bereits im nächsten Bundesligaspiel erreichen. Damit bestreitet der Rechtsverteidiger wohl auch seine vierzehnte Profisaison im Trikot der ‚96-er‘.
Schwieriger gestaltet sich die Lage zweier Langzeitverletzter, denn auch die Verträge von Leon Andreasen und Carlitos enden nach der Rückrunde. Letzterer bestritt seit seinem Wechsel vom FC Basel im Jahr 2010 lediglich sechs Bundesligaspiele, was nicht zuletzt einem Kreuzbandriss und wiederkehrenden Problemen im Knie zuzuschreiben ist. Nach einer erneuten Verletzung im Wintertrainingslager wird der Portugiese wohl nicht mehr viele Gelegenheiten bekommen, seinen Wert für die Niedersachsen zu beweisen.
Ebenso der Däne Andreasen. Seit 2009 ist der 28-Jährige im Verein, sein letztes Pflichtspiel bestritt er Anfang April 2010. Seitdem plagen ihn andauernde Leisten- und Schambeinprobleme. Zwar hegte der Defensivmann in der Winterpause noch minimale Hoffnungen auf ein Comeback, mittlerweile scheint es aber auf das Karriereende oder zumindest den Neuanfang bei einem anderen Verein hinauszulaufen.
Die Zeit als aktiver Fußballer neigt sich auch für 96-Urgestein Altin Lala dem Ende zu. Nach der letzten Saison verlängerte er noch einmal um ein Jahr, Trainer Slomka „wollte unbedingt, dass er die Europa-Reise mitmacht“. Seit seiner Ankunft in Hannover 1998 absolvierte der albanische Rekordnationalspieler insgesamt 317 Partien für die ‚Roten‘, in der vergangenen Woche erklärte er laut der ‚Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‘: „Es macht Spaß, aber irgendwann ist Schluss.“ Doch den endgültigen Abschied muss dies nicht bedeuten, dem langjährigen Mannschaftskapitän dürfte nach dem Karriereende ein Posten im Verein winken.
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Thomas Rocho
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