Erst die Entlassung von Trainer Carlo Ancelotti, dann die Trainerfindung des FC Bayern München. Nun die Rückkehr von Erfolgscoach Jupp Heynckes und die damit verbundenen Verhandlungen mit Fortuna Düsseldorf um Wunsch-Assistent Peter Hermann. Aus Sicht der Münchener schienen alle Probleme angegangen und gelöst. Man kann wieder nach vorne schauen und sich auf die wichtigen nächsten Aufgaben konzentrieren. Allerdings gibt es neben Ancelotti selbst noch einen weiteren Verlierer der vergangenen zehn Tage.

Der Ancelotti-Co- und Interimstrainer Willy Sagnol wurde in der Berichterstattung häufig nur mit Nebensätzen bedacht. Dabei wurde der Franzose zu Saisonbeginn extra von der Bayern-Führung installiert, um Ancelottis Trainerteam einzuimpfen, wie der FCB funktioniert. Es schien, als sollte er das Menschliche und den Spirit zurück an die Säbener Straße bringen. Der 40-Jährige selbst stand Anfang des Jahrtausends für eine Ära der Bayern, die sich durch Zusammenhalt und einen starken Teamgeist ausgezeichnet hatte. Aber auch er hatte in den vergangenen Monaten nicht bewirken können, was man sich möglicherweise von ihm erhofft hatte.

Wie ‚Sport1‘ erfuhr, möchte der ehemalige Rechtsverteidiger trotzdem weiter beim Rekordmeister bleiben und rechnet mit einer Fortsetzung der Zusammenarbeit. Daran ändert auch nichts, dass Heynckes seinen komplett eigenen Trainerstab mitbringt und dort keine Rolle für ihn vorgesehen ist. Dem Vernehmen nach möchte der Verein in Kürze Gespräche führen, um die Zukunft Sagnols endgültig zu klären. Seine aktuelle Anstellung bei den Bayern gilt noch bis 2019.

FT-Meinung: In dieser Situation könnte der FCB wieder einmal zeigen, dass es zur Vereinsräson gehört, ehemalige und altgediente Spieler und Funktionäre nicht vom Hof zu jagen. Vielleicht kommt Sagnol in dem Falle sogar der Aufstieg Hermann Gerlands zum zweiten Co-Trainer unter Heynckes zu Gute. Durch diese Beförderung ist der Posten des Chefs der FCB-Nachwuchsakademie im Moment nicht besetzt. Könnte sich Sagnol vorstellen dort zu übernehmen, wäre dies wohl eine gute Lösung für beide Seiten.