Für mehr als 100 Millionen Euro holte Borussia Dortmund im Sommer gleich vier gestandene Spieler. Mats Hummels, Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz sollten das Team auf ein neues Level heben und für das Ziel Meisterschaft wappnen. Der fünfte Neue flog dagegen etwas unter dem Radar.

Mateu Morey kam ablösefrei vom FC Barcelona. Schon früh galt der Außenverteidiger dort als Top-Talent. Nachdem der gebürtige Mallorquiner 2017 mit der spanischen U17 Europameister wurde, bemühte sich unter anderem der FC Bayern hartnäckig aber vergeblich um das Juwel.

Lange Verletzungshistorie

Morey wollte bei Barça den Sprung in den Herrenbereich schaffen und war auf einem guten Weg, ehe ihn zwei Knieverletzungen zu fast einem Jahr Pause zwangen. In Dortmund wollte Morey dann im vergangenen Sommer einen Neustart wagen. Schließlich eilt dem BVB sein Ruf als Entwicklungsklub voraus.

Doch auch bei Schwarz-Gelb fiel der 19-Jährige nach einigen Testspieleinsätzen direkt wieder aus. Diesmal machte ihm eine Schulterverletzung zu schaffen, die mittlerweile auskuriert ist. Morey arbeitet nun am Projekt Profidebüt. Zuletzt sammelte er Spielpraxis bei den Amateuren in der Regionalliga.

Lucien Favre hält große Stücke auf den Rechtsfuß, der auch links hinten verteidigen kann. „Endlich hat er jetzt mal 90 Minuten in der U23“, freute sich der Profi-Coach auf der heutigen Pressekonferenz für Morey. Und Favre betonte: „Für die Zukunft ist er sicher ein Spieler mit Potenzial und Perspektive.“

Die Zukunft rechts hinten?

Besonders interessant ist die Personalie Morey mit Blick auf die Dortmunder Besetzung auf der Rechtsverteidiger-Position. Lukasz Piszczeks Karriereende rückt näher, auch wenn der 34-Jährige seinen auslaufenden Vertrag nochmal um ein Jahr verlängern könnte.

Und Senkrechtstarter Achraf Hakimi spielt derzeit derart überragend, dass sein Stammklub Real Madrid ihn im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückbeordern wird – wogegen der BVB machtlos wäre. Schafft man es bis dahin Morey aufzupäppeln, könnte man den geeigneten Nachfolger schon jetzt in den eigenen Reihen haben. Auch oder gerade weil er bisher noch etwas unter dem Radar fliegt.