An seine erfolgreiche erste Amtszeit konnte Armin Veh in Frankfurt bei Weitem nicht anknüpfen. In der Saison 2012/13 hatte er die ‚Adler‘ sensationell in die Europa League geführt. Jetzt, bei seinem zweiten Auftritt in der Mainmetropole, stand Veh kurz vor dem Gang in die Zweitklassigkeit.

Nach sieben Spielen ohne Sieg hat der abstiegsbedrohte Bundesligist die Reißleine gezogen. Geht es nach den Verantwortlichen der Eintracht, soll der Übungsleiter in spe bereits am Mittwoch das Kommando beim Training übernehmen und am Samstag beim Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf der Bank sitzen.

Einen Interimscoach will man laut Vorstandsboss Heribert Bruchhagen vermeiden. Vielmehr suche man nach einer langfristigen Lösung für den frei gewordenen Trainerstuhl. „Es ist schon unser Ziel, einen Trainer zu finden, der viele Ziele erreicht. Nämlich dass er den Klassenerhalt schafft und dann in der Struktur und in der Zusammenstellung der Mannschaft für die neue Saison eine entscheidende Rolle spielt“, stellt Bruchhagen die Anforderungen für den zukünftigen Mann an der Seitenlinie klar.

Zwei Kandidaten in der Pipeline

Eintracht Frankfurts Planungen bei der Trainersuche beschränken sich dabei auf mittlerweile zwei Namen. Nach Informationen der ‚Sport Bild‘ sind Tayfun Korkut und Jens Keller die heißesten Anwärter auf den Trainerposten bei der SGE. Demnach ist Korkut Favorit von Sportdirektor Bruno Hübner. Der 41-jährige Deutsch-Türke hat mit Hannover 96 bislang nur eine Trainerstation in der Bundesliga vorzuweisen. Bei den Niedersachsen musste er am 29. Spieltag der Vorsaison seinen Hut nehmen. Korkut stand auch im vergangenen Sommer auf der Kandidatenliste der Frankfurter, ehe diese sich für Armin Veh entschieden.

Der Aufsichtsrat der Hessen tendiert derweil zu Jens Keller. Beim FC Schalke wurde Keller im Oktober 2014 vor die Tür gesetzt. Seitdem ist der 45-Jährige ohne Trainerjob. Der gebürtige Schwabe war schon von 2002 bis 2005 als Spieler für Frankfurt am Ball. Dem ehemaligen S04- und Stuttgart-Coach könnte mit Alexander Schur zudem der jetzige U19-Trainer der Frankfurter zur Seite gestellt werden. Den würden viele Fans der Eintracht sogar gerne als Cheftrainer sehen. Elf Jahre war Schur als Spieler für die SGE aktiv. Sein Treffer zum 6:3 gegen Reutlingen krönte die Hessen im Jahr 2003 zum Bundesligaaufsteiger – und Schur zur Vereinslegende.

Eintracht handelt sich erste Körbe ein

Weitere Kandidaten für den Platz auf der Bank sind der ehemalige Trainer Kroatiens, Niko Kovac, Sandhausens Alois Schwartz und der Ex-Hoffenheimer Markus Gisdol. Letzterer hatte gegenüber ‚Sport 1‘ erklärt, er wolle erst zur neuen Saison wieder ins Trainergeschäft einsteigen. Mit Kovac hat es nach ‚Bild‘-Informationen erste Gespräche gegeben. Bruder Robert könnte dazu als Co-Trainer anheuern.

Lucien Favre, Jos Luhukay und Kosta Runjaic haben dem Verein vom Main dagegen wohl abgesagt. Bruchhagen fasst die Situation derweil passend zusammen: „Sie finden ein weites Feld vor, in dem sie sich spekulativ betätigen können. Das sollten sie nutzen.“ Allzu lange werden die Spekulationen nicht mehr anhalten, eine Entscheidung wird in den nächsten 24 Stunden erwartet.