Der SV Werder Bremen plant auf der Torhüterposition offenbar einen kompletten Neustart. Wie die ‚Bild‘ berichtet, suchen die Norddeutschen bereits jetzt nach einer neuen Nummer eins für die kommende Saison. Momentan hat Jaroslav Drobny den Status als Stammkeeper inne. Der 37-Jährige hat Felix Wiedwald abgelöst, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. „Es heißt dann nicht, dass im Sommer Schluss ist. Jeder hat hier die Chance, sich zu beweisen. Bis dahin kann noch viel passieren“, sagt Frank Baumann. Die Zeichen stehen allerdings auf Wachablösung im Werder-Tor.

Ins Spiel bringt der ‚kicker‘ Koen Casteels vom VfL Wolfsburg. Der 24-jährige Belgier ist in Bremen kein Unbekannter. In der Rückrunde der Saison 2014/15 spielte Casteels auf Leihbasis an der Weser und hütete sechsmal den Kasten der Grün-Weißen. Schon in diesem Sommer hätte Frank Baumann den ehemaligen U21-Nationalspieler gerne verpflichtet, doch Wolfsburg pochte auf den Verbleib des Schlussmanns, der sich nun hinter Diego Benaglio anstellen muss und seine Unzufriedenheit bereits öffentlich geäußert hat.

Ich denke, ich war ein konstanter Spieler, das Problem stand nicht im Tor. Deswegen ist es für mich auch so schwer zu verstehen, dass ich in Freiburg nicht spielen durfte“, meckerte Casteels Anfang des Monats über seine Ausbootung. Ein Abschied schon im Winter wäre also keine große Überraschung, auch wenn Casteels kurze Zeit später wieder zurückruderte: „Ich will klarstellen, dass ich nie gesagt habe, dass ich wechseln möchte. Mein Ziel ist es, 100 Prozent für den Verein zu geben und schnell wieder im Tor zu stehen.“

FT-Meinung: Ihr Torhüterproblem bekommen die Bremer seit Jahren nicht in den Griff. Wiedwalds Vita weist zwar kaum hanebüchene Patzer auf, insgesamt fängt er sich aber zu viele Haltbare. Dass im Sommer etwas passieren soll, ist keine Überraschung, zumal Drobny mit seinen 37 Jahren auf das Karriereende zusteuert. Casteels ist ein heißer Kandidat, der in seinen wenigen Auftritten für Werder durchaus Eindruck hinterlassen hat.