Mund abputzen, weitermachen. Beim 0:2 gegen Atlético Madrid war Borussia Dortmund am gestrigen Dienstagabend chancenlos. Da man weiterhin beste Chancen auf das Weiterkommen in der Champions League hat, darf man beim BVB nach wie vor gelassen bleiben.

Auf einen Spieler trifft das allerdings gar nicht zu. Denn während seine Teamkollegen die schillernde Bühne der Königsklasse betraten, befand sich Shinji Kagawa auf dem Heimweg. Vom Regionalligaderby zwischen der schwarz-gelben Zweitvertretung und Rot-Weiß Essen.

Drei Kagawa-Vorlagen

Zwar gewannen die BVB-Bubis mit 5:0 und Kagawa leistete gleich drei Torvorlagen. Doch ist die vierte Liga freilich alles andere als der Anspruch des Spielmachers, der die Borussia 2011 und 2012 als Dreh- und Angelpunkt zu zwei Meisterschaften in Folge führte.

Schon im Sommer zeichnete sich ab, dass Kagawa nicht erste Wahl unter Neu-Trainer Lucien Favre sein würde. Ein Abschied stand schon damals zur Debatte, insbesondere der FC Sevilla zeigte Interesse. Der Spieler aber wollte sich beweisen und beim BVB durchsetzen.

Stammplatz Tribüne

Bisher gelang das nicht. Erst viermal zählte Kagawa zum Spieltagskader, immer wieder muss er die Partien seiner Teamkollegen von der Tribüne aus verfolgen. Zu allem Überfluss setzten den 29-Jährigen zwischenzeitlich auch noch Sprunggelenksprobleme außer Gefecht.

Auf der Zehn ist beim BVB der furios aufgelegte Kapitän Marco Reus gesetzt. Erste Alternativen scheinen zurzeit Mario Götze und Maximilian Philipp zu sein. Kagawas Aussichten sind mau, das unterstreicht auch der Einsatz in der Regionalliga. Logisch, dass ein Abschied nun wieder zum Thema wird.

Abschied schon im Januar?

Das italienische Portal ‚Calciomercato.com‘ berichtete unlängst, dass sich der Japaner schon im Januar, spätestens aber im Sommer einen neuen Klub suchen will. Der BVB dürfte Kagawa keine Steine in den Weg legen. Zum einen hat der Rechtsfuß große Verdienste um den Verein, zum anderen könnte man einen Großverdiener von der Gehaltsliste streichen.

Noch ist die Frage offen, wohin es den Publikumsliebling schlussendlich verschlagen wird. Spanien und Sevilla könnten wieder zum Thema werden. Prinzipiell gibt es aber sicher zahlreiche Klubs, denen Kagawas Qualitäten gut zu Gesicht stünden. Die Entwicklung der kommenden Wochen wird spannend.