Bei der U20-Weltmeisterschaft in Südkorea enttäuschend ausgeschieden, blickt Philipp Ochs auch bei der TSG Hoffenheim auf eine trübe Perspektive. Der Champions League-Anwärter ist auf allen Positionen stark und mindestens doppelt besetzt. Eine realistische Chance auf ausreichend Einsatzzeit im Kraichgau hat der Kapitän der DFB-Junioren nicht.

Im 3-5-2 bevorzugt Julian Nagelsmann Jeremy Toljan und Steven Zuber auf dem linken Flügel. Und selbst wenn Toljan noch den Abflug machen sollte, macht mit Neuzugang Nico Schulz ein weiterer Kandidat seine Ansprüche geltend.

Alternativ, im 4-3-3-System, muss sich Ochs auf dem Offensivflügel mit Andrej Kramaric, Serge Gnabry und Mark Uth messen – schlechte Aussichten. Für einen 20-Jährigen, dessen Talent unbestritten ist, muss aber zwingend gelten, Spielpraxis zu sammeln. Nur so kann er sich nachhaltig weiterentwickeln.

TSG muss handeln

Nach FT-Informationen befasst sich Ochs durchaus mit der Idee, den Kraichgau zu verlassen – leihweise wohlgemerkt. Konkreten Kontakt gibt es derzeit allerdings weder zu Bundesligisten noch zu Zweitligisten. Das überrascht, schließlich läuft die Wechselfrist in rund zwei Wochen ab.

Gegen den FC Liverpool (1:2) stand Ochs am gestrigen Dienstagabend in der Champions League-Qualifikation gar nicht im Kader. Ein Signal, das der junge Linksfuß nicht herunterspielen sollte. Und dass er zwingend spielen muss, dürfte auch der TSG bewusst sein.

Ihn prophylaktisch in der Hinterhand behalten zu wollen, hilft letztlich keiner Partei. Eine zeitweilige Veränderung ist vorstellbar und für alle Seiten zu empfehlen. Zahlreiche Klubs, sowohl in der zweiten Liga als auch in der Bundesliga, dürften sich freuen. Ob Wolfsburg, Hertha, Freiburg oder andere potenzielle Abnehmer.