Da die Chancen auf ausreichend Spielzeit im Profikader von Schalke 04 bedingt aussichtsreich waren, entschied sich Fabian Reese in der Winterpause, den Schritt in Liga zwei zu wagen. Beim Karlsruher SC sollte der polyvalente Offensivspieler Spielpraxis auf Profiniveau sammeln. Jungs wie Benedikt Gimber, Marvin Mehlem oder Matthias Bader, die er bereits vom DFB kannte, vereinfachten die reibungslose Integration im Wildpark.

Die Einsatzzeiten jedoch waren seither nicht hinreichend, eher frustrierend – sowohl für Reese als auch für S04. Dabei machte der erste Auftritt des Schalker Eigengewächses beim VfL Bochum (1:1) Hoffnung auf ein fruchtendes Leihgeschäft. Doch der inzwischen entlassene Mirko Slomka hatte andere Pläne.

Neue Chance dank Meister

Der Ex-Schalker setzte in der angespannten Situation der Badener in der Folge nicht mehr auf den 19-Jährigen. Reese wurde lediglich in den Schlussminuten reingeworfen, musste sogar kurzzeitig zur Reserve des KSC.

In den Youngster aus der Knappenschmiede fehlte augenscheinlich das Vertrauen, hinzu kam die Lage des Vereins. Keine Zeit für Experimente. Reese musste weiter auf der Bank Platz nehmen – bis vergangenen Sonntag beim VfB Stuttgart (0:2).

Ein Zusammenhang mit dem Trainerwechsel von Slomka zu Marc-Patrick Meister ist dabei sicherlich nicht von der Hand zu weisen. 70 Minuten durfte Reese ran. Nun hofft der Youngster auf weitere Bewährungschancen. Dass Reese das Potenzial hat, sich beim KSC durchzusetzen, unterstrich er nicht zuletzt bei seinen sechs Einsätzen in der Hinrunde, als er das Schalker Angriffsspiel durchaus zu beleben wusste.

Gespräche Anfang Mai

Gespräche mit Königsblau, wie es im Sommer weitergeht, sind für Anfang Mai vorgesehen, verrät Berater Marc Lettau im Gespräch mit FT: „Dann werden die Weichen gestellt.“ Maßgeblich von der weiteren Planung abhängig ist die sportliche Situation des Zweitliga-Schlusslichts. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf Relegationsrang 16 bereits.

Kann der KSC das Ruder noch einmal herumreißen und den Klassenerhalt doch noch meistern, ist ein Verbleib im Wildpark über den Sommer hinaus eine realistische Option. Dann könnte sich Reese auch nach einer Wohnung in Karlsruhe umschauen, aktuell lebt das Nordlicht im Hotel.

Verbleib nur bei Klassenerhalt

Geht es runter in Liga drei, kehrt der U20-Nationalspieler zurück nach Gelsenkirchen. „Wir sehen uns grundsätzlich nicht in der dritten Liga“, erklärt Lettau, der ein erneutes Leihgeschäft keinesfalls ausschließt: „Ein weiteres Jahr zweite Liga könnte durchaus gut sein für Fabian.“

Fragt sich nur wo, sollte der KSC den Gang in die dritte Liga antreten müssen. Eine Tendenz, wohin der Weg des jungen Offensivspielers im Sommer geht, soll es im Zuge der Gespräche mit Schalke bis spätestens 20. Mai geben. Dann startet die U20-WM in Südkorea. Deutschland und Reese treffen zum Auftakt auf Venezuela.